Kosmopolit-Haus für 700 000 Euro zu ersteigern

Schrottimmobilie : Kosmopolit-Haus kommt unter den Hammer

Der baufällige Gebäudekomplex an der Lindenstraße wird für 700 000 Euro zwangsversteigert. Die Häuser sind laut Gutachten in einem desolaten Zustand.

Am 24. April fällt um 9 Uhr im Saal 130 des Krefelder Amtsgerichts wortwörtlich der Hammer. Dann wird der Gebäudekomplex Lindenstraße 5 und 7 zwangsversteigert. Das Wohn- und Geschäftshaus sowie eine ehemalige Lagerhalle, in der heute das Café Kosmopolit untergebracht ist, gehören einer Erbengemeinschaft. Die Versuche, die Gebäude zu verkaufen, scheiterten in der Vergangenheit an Unstimmigkeiten unter den Erben. Jetzt steht der Gang vors Gericht an.

Wenn der Gebäudekomplex Ende April veräußert wird, geht es laut einem Immobiliengutachten, das der Zwangsversteigerung zugrunde liegt, um „ein abruchreifes Wohn- und Geschäftshaus und eine gastronomisch genutzte ursprüngliche Lagerhalle mit Wohnung und mit einem abbruchreifen Nebengebäude“. Teile des Gebäudes sollen sich in einem verwahrlosten Zustand befinden. Bis auf den gastronomisch genutzten Gebäudeteil stehen die übrigen Mieteinheiten leer. Fazit im Gutachten: „Die frontseitige Immobilie ist in einem desolaten Zustand. In den letzten Jahrzehnten sind keinerlei Maßnahmen zur Erhaltung der Bausubstanz ausgeführt worden.“

Stadt fordert Kosten in Höhe
von 17 600 Euro zurück

Der Wert für den vorderen Gebäudeteil, der seit Jahren aufgrund von Baufälligkeit durch Gerüste zur Lindenstraße hin eingezäunt ist, beziffert der Gutachter auf 133 600 Euro, den hinteren Teil, in dem auch das Café Kosmopolit untergebracht ist, auf 566 400 Euro. Zusammen wird der Komplex auf 700 000 Euro geschätzt. Bei der Begehung konnten laut Gutachter bei weitem nicht alle Räumlichkeiten in Augenschein genommen werden. Unter anderem weil nach WZ-Informationen manche Gebäudeteile nicht gefahrlos betreten werden können. Zudem wurde dem Gutachter laut eigener Aussage der Zutritt zum Gatronomiebetrieb durch die Betreiberin verwehrt. Was die Zwangsversteigerung für das Bistro bedeutet, ist bislang noch nicht abzusehen. Für die WZ war die Geschäftsführerin des Café Kosmopolit am Dienstag nicht zu erreichen.

Die Stadt begrüßt die Zwangsversteigerung, wie Stadtsprecher Dirk Senger mitteilt. Im Rathaus hat man auch ein finanzielles Eigeninteresse daran, dass die Gebäude endlich einen neuen Eigentümer finden. Bereits seit 2016 zahlt die Stadt die Kosten für das Gerüst auf der Lindenstraße, mit dem der vordere Gebäudeteil eingedeckt ist. „Juni/Juli 2016 liegen die Kosten zur Sicherung des Gebäudes bei halbjährlich rund 3500 Euro, bis heute also bei rund 17 600 Euro, welche die Stadt getragen hat“, so Senger. Im Rahmen der Zwangsversteigerungen sollen die Gelder eingefordert werden.

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