1. NRW
  2. Krefeld

Kommentar zur Corona-Entwicklung in Krefeld

Meinung : Schritt für Schritt

Jeden Tag sterben Krefelder an Corona. Daran werde ich mich niemals gewöhnen. Ebenso wenig werde ich jemals mit dem derzeitigen Tempo bei den Impfungen zufrieden sein. Dazu braucht man sich ja nur die aktuellen Zahlen anschauen: Direkt nach Weihnachten begann die Impfung in den Altenheimen – drei Wochen später haben gerade mal 1600 Menschen ihren ersten Schutz gegen das Covid-19-Virus bekommen.

Zur Erinnerung: In der Stadt Krefeld leben fast 230 000 Menschen...

Auch die Zahlen ab 1. Februar können vor diesem Hintergrund nicht überzeugen: 1180 Frauen und Männer pro Woche – davon allein 950 älter als 80 Jahre – werden dann geimpft. Wenn man bedenkt, dass es 16 800 Senioren aus dieser Altersgruppe gibt, kann man sich leicht ausrechnen, wie lange es noch dauern könnte, bis diese alle vor der Pandemie geschützt sind. Von Menschen aus den Impfgruppen 2 bis 4 ganz zu schweigen.

All dies ist aber nicht zu ändern: Die Stadt hat keinen Einfluss auf die Menge des Impfstoffs, der ihr zugeteilt wird. Nun mag man über angebliche Versäumnisse von Bund oder EU bei der Bestellung des Medikaments lamentieren – doch das hilft auch nicht weiter. Einfluss haben wir nur auf unser unmittelbares Umfeld. Trage ich, wenn notwendig, einen Mund-Nasen-Schutz? Halte ich beim Einkaufen Abstand? Muss ich unbedingt ins Büro? Schicke ich mein Kind in die Kita, obwohl es auch zu Hause bleiben könnte? Diese Fragen müssen Sie und ich uns täglich stellen. Mit den richtigen Antworten können wir helfen, das Infektionsgeschehen Schritt für Schritt in den Griff zu bekommen.