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Kommentar: Wie Krefeld sauberer werden könnte

Meinung : Wie Krefeld sauberer werden könnte

Krefeld wird immer dreckiger. Das erklären Mitarbeiter der Stadtreinigung. Was tun? Eine Stadt hat es vorgemacht. Ein Kommentar.

Krefeld wird immer dreckiger. Das ist am Ende keine subjektive Wahrnehmung mehr von Bürgern, sondern die Wahrnehmung von Mitarbeitern der Gesellschaft für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft, die tagtäglich gleich mehrere wilde Müllkippen im Stadtgebiet beseitigen müssen. 2000 monatlich an der Zahl. Vor einem Jahr waren es noch 400 bis 500 solcher Stellen im Stadtgebiet.

Innerhalb von 24 Stunden wollen sie die über die App oder telefonisch über die „Sauber-Line“ gemeldete Stellen abfahren. Solche Stellen haben ansonsten in Windeseile Nachahm-Effekte. Andere wichtige Aufgaben wie Pflege und Straßenreinigung bleiben laut GSAK dafür schon mal liegen. Schließlich können sich die Mitarbeiter nicht teilen.

Den Verursachern ist das egal. Doch woran liegt das? Sind die kostenlosen Dienste der GSAK für die Sperrmüllabfuhr nicht bekannt? Sind die Kosten für private Anlieferer im Wertstoffhof zu hoch? Die Verantwortlichen der GSAK glauben das nicht. Eher sehen sie darin eine Verrohung der Gesellschaft. Zum Beispiel, wenn Straßenreiniger gerade die Straße gefegt haben und direkt hinter ihnen jemand seinen Abfall ignorant auf die Straße wirft.

Neben wesentlich höheren Ordnungsgeldern für die Verschmutzung der Stadt müsste es gleichzeitig aber auch eine flächendeckende Anti-Schmutz-Kampagne des Stadtmarketings geben. Die schweizerische Stadt Thun hat es vorgemacht: Mit zahlreichen Plakaten auf Werbesäulen, Bäumen, Aufkleber auf Mülleimern fragt sie: Wieso wirfst du deinen Müll auf die Straße oder in die Natur? Die Antwort liefern sie gleich mit: Weil ich ein blöder Seggl bin. Weil mir die Umwelt egal ist. Weil Mami eh hinter mir her putzt. Weil alle drei Gründe auf mich zutreffen!!! Dort hat die Kampagne Erfolg gezeigt. Ein längerer Versuch in Krefeld ist das allemal wert.