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Kommentar: Sexuelle Belästigung in Krefeld - Respekt kann man erlernen

Meinung : Respekt kann man erlernen

Die Nähe zwischen Menschen wird von der persönlichen Beziehung zueinander bestimmt. Kommt einem jemand anders unerlaubt zu nahe, kann das sehr unangenehm sein. Doch welche Distanz ist angemessen? Wo beginnt die Grenzüberschreitung?

Wo hört das Nähesuchen aus Sympathie auf, wo fängt sexuelle Belästigung an?

Die #metoo-Debatte im Zuge des Weinstein-Skandals hat gezeigt, dass sexualisierte Übergriffe auf Frauen wie Männer, im Berufs- wie im Privatleben, in allen sozialen Schichten und Kulturen häufiger sind als vermutet. Aus Scham und Sorge, dass andere einem nicht glauben, wurden Übergriffe oftmals toleriert oder verdrängt. Doch es bedarf in einer Gesellschaft klarer Regeln des Miteinanders, was erlaubt und was tabu ist. Deshalb kann das von der CDU geforderte Sicherheitspaket für die Innenstadt nur ein erster Schritt sein.

Langfristig wirksamer ist der angekündigte Ausbau der Präventionsarbeit im Bereich „Sexualisierte Gewalt“. Wenn Heranwachsende erkennen können, wo Liebe aufhört und nicht akzeptable sexualisierte Übergriffe anfangen, wird mögliche spätere Gewalt eingedämmt.

Ein Kommentar von WZ-Redakteurin Yvonne Brandt. Foto: Ja/Strücken, Lothar (sl48)