Kohle-Anleger sorgt für Unmut

Kohle-Anleger sorgt für Unmut

Kraftwerk: Der Landschaftsbeirat fordert Trianel zur Suche nach weiteren möglichen Standorten auf, auch im Hafen.

Krefeld. Das geplante Kohle-Kraftwerk (KKW) von Trianel ist jetzt mit seinen Einzelheiten in den städtischen Gremien angekommen. Im Landschaftsbeirat gab es Dienstagabend heftige Diskussionen über den 177 Meter langen und 15 Meter breiten Anleger, über den später die Kohletransporte von den Schiffen in das auf Currenta-Gelände liegende Kraftwerk geliefert werden sollen.

Die rund 2,4 Millionen Tonnen Kohle, die das KKW jährlich benötigt, werden über eingehauste Verbindungswege transportiert, deren Verlauf jedoch strittig bleibt. Die von Trianel favorisierte Variante fand Kritik vor allem deshalb, weil St. Matthias Hohenbudberg, die älteste Kirche Krefelds, dann vom Rhein aus so gut wie gar nicht mehr zu sehen ist.

Ulrich Grubert vom Niederrheinischen Umweltschutzverein (NUV) bezeichnete das Vorhaben als "massiven Eingriff in das Landschaftsbild, in die Flora und den Rhein." Der von der Anlage ausgehende Lärm sei, so Grubert, gegenüber der Kirche "eine Pietätlosigkeit."

Beiratsvorsitzender Heinz Albert Schmitz mahnte: "Wir haben das Vorhaben nur zur Kenntnis zu nehmen, nicht politisch zu kommentieren." Wie Trianel-Vertreter betonten, müsse das fast 3000 Quadratmeter große Bauwerk aus Gründen des Hochwasserschutzes über 34 Meter über dem normalen Rheinpegel liegen. Verschiebungen stromaufwärts fallen aus Gründen des dort befindlichen Currenta-Anlegers weg, stromabwärts aus Naturschutzgründen. Geplant ist der Anleger zwischen Rheinkilometer 766,3 und 766,7.

Die Entladung der Kohle erfolge mit zwei auf Schienen fahrbaren "Drehwippkränen". Die Höhe der Kräne beträgt im Ruhestand 52 Meter über dem Mittelwasserstand des Rheins. Für den Tiefgang der Schiffe müsse in diesem Bereich das Ufer auf eine Tiefe von 18 Metern ausgebaggert und mit Spundwänden auf einer Länge von 345 Metern gesichert werden.

Der Beirat forderte Trianel auf, nach weiteren grundsätzlich alternativen Möglichkeiten des Umschlags zu suchen. Einbezogen werden solle dabei auch der Rheinhafen Krefeld.

Zur Kenntnis nahm der Beirat außerdem, dass für den Transportweg der Kohle weitere fünf unterschiedliche Varianten, darunter auch unterirdische, vom Trianel-Planungsbüro entworfen wurden.

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