Knöllchen-Jagd an der Krefelder Rheinstraße — mehr als 58 500 Euro Verwarngeld

Knöllchen-Jagd an der Krefelder Rheinstraße — mehr als 58 500 Euro Verwarngeld

An keinem anderen Ort in Krefeld gibt es mehr Parkverstöße: Ein Ordnungsmitarbeiter bezeichnet den Bereich zwischen Königstraße und Ostwall als Problembezirk.

Der Bereich zwischen Königstraße und Ostwall ist für den Fachbereich Ordnung eine wahre Goldgrube. Täglich würden die Politessen den rund 150 Meter langen Abschnitt abgehen — und immer wieder auch abkassieren. Auf keiner anderen Straße in Krefeld werden mehr Verwarngelder verteilt. „Es sind über 3900 in diesem Jahr bereits gewesen“, berichtet Norbert Goertz-Gorr in der Sitzung der Bezirksvertretung Mitte. Der Leiter des Straßenverkehrsamtes bezeichnet die Situation als großes Problem. „Die Rheinstraße ist uns ein Dorn im Auge“, gibt Goertz-Gorr zu.

Doch weil die Fahrzeughalter oftmals nur gegen das vor Ort ausgeschilderte eingeschränkte Halteverbot (mindestens 15 Euro Bußgeld) verstießen, könne man von Seiten des Fachbereichs Ordnung auch nicht mehr machen, als Verwarngelder zu verteilen. „Alle anderen Maßnahmen wären unverhältnismäßig.“ Somit ist das Abschleppen der Autos keine Option.

Die Mitglieder der Bezirksvertretung zählten nach dem Vortrag des Straßenverkehrsamtsleiters unzählige weitere Orte in der Innenstadt auf, in denen Falschparker zu beobachten seien. Immer wurde dabei auch Kritik am Fachbereich Ordnung laut, dessen Mitarbeiter sich trotz Meldungen von Falschparken entweder zu spät oder gar nicht am jeweiligen Ort blicken lassen würden. „Das ist auch eine Frage der Mitarbeiterzahlen“, erklärt Norbert Goertz-Gorr, der darauf verweist, dass durch Krankheit oder Urlaub teilweise nicht alle der 56 Halbtagsstellen zur Überwachung des ruhenden Verkehrs besetzt seien. „Am Ehesten fällt dann natürlich die Kontrolle von Randzeiten und -gebieten weg“, sagt Norbert Goertz-Gorr und ergänzt: „Aber wir können auch nicht überall sein.“

Peter Kelm (FDP) sagt: „Mir wurde vom Fachbereich Ordnung geraten, eine private Anzeige gegen einen Falschparker zu machen. Das habe ich einmal gemacht und es scheint gewirkt zu haben.“

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