Kita in Krefeld schlägt Alarm: Mann belästigt Kinder

Krefeld : Kita schlägt Alarm: Mann belästigt Kinder, Drogen auf Spielplatz

Es ist wie ein Hilferuf: Die Leiterin eines Familienzentrums an der Dreikönigenstraße in Krefeld berichtet von Zuständen, die „nicht mehr vertretbar“ sind.

Der Redebeitrag von Sarah Tophofen in der Einwohnerfragestunde der Bezirksvertretung West gleicht einem Hilferuf. Die Leiterin des Familienzentrums Mumm Kids an der Dreikönigenstraße berichtet von Vorkommnissen auf dem benachbarten Spielplatz, die sie überhaupt nicht akzeptieren kann und will. „Der öffentliche Spielplatz liegt hinter einer Toreinfahrt und ist nicht gut einzusehen“, berichtet Tophofen. „Dort können wir regelmäßig beobachten, wie Jugendliche die Schule schwänzen, sich Teenager-Pärchen heimlich treffen, Alkohol und Drogen konsumiert werden. Außerdem wurden bei uns montierte Licht-Sensoren zerstört, Spielgeräte beschädigt und Pflanzen gestohlen.“

Was besonders schlimm sei: „Ein Mann hat sich vor den Kindern entblößt, indem er seinen Mantel aufschlug, unter dem er nackt war. Er hat auch einige Mütter verfolgt. Das ist doch alles nicht mehr vertretbar.“

Die Polizei sei fast täglich gekommen, berichtet die Leiterin weiter, aber da seien die Jugendlichen natürlich nicht mehr vor Ort gewesen. „Wir haben Anzeigen gegen Unbekannt gestellt und ich habe begonnen, eine Akte über die Vorkommnisse anzulegen. Es hört nicht auf.“

Ein Grund sei, dass der Spielplatz vom Wachdienst nicht mehr zeitweise abgeschlossen würde, findet sie. „Es ist ein prima Durchgang von der Markt- zur Dreikönigenstraße.“

Zwei Treffen mit Begehung habe es bisher mit Mitgliedern von Jugendamt, Fachbereich Grünflächen, Kommunalem Ordnungsdienst und dem Kita-Träger samt Beirat der Mumm Familienservice gGmbH gegeben. „Geändert hat sich nicht viel. Wir haben eine Hecke als Sichtschutz bekommen, die blickdicht sein sollte, aber so kurz ist, dass jedes Kinder darüber hinweggucken kann. Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes hat alle unsere Vorschläge abgelehnt.“

Eine Lösung wäre es für den Kita-Träger, den angrenzenden Spielplatz zu kaufen. „Auch dazu wären wir bereit“, erklärt Tophofen. Doch auch da gibt es einen Haken: „Es gibt dort eine Silberkuppel, die von EU-Mitteln angeschafft wurde. Der Platz muss deshalb von der Öffentlichkeit zugänglich und nutzbar sein.“

Das Thema sei bekannt, berichtet sie weiter. „Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll, damit ich die 63 Kinder unserer Einrichtung schützen kann. Wir haben die Einrichtung 2016 von der Bürgerinitiative Rund um St. Josef übernommen und Gebäude und Spielplatz neu gestaltet. Die Vorkommnisse sind nicht mehr vertretbar. Dass viel geredet wird und nichts passiert, macht müde.“ Die Bezirksvertreter wollen sich den Spielplatz bei einer Begehung ansehen. Den Verantwortlichen im Fachbereich Jugend sind die Vorgänge bekannt. Sie wollen sich deshalb Anfang der Woche unter anderem mit den Vertretern des Kommunalen Ordnungsdienstes und des Kommunalbetriebes Krefeld in Verbindung setzen und beraten, was geändert werden kann.

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