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Kita-App in Krefeld: So sind die Eltern immer auf dem neuesten Stand

Kita : Kita-App: So sind die Eltern immer auf dem neuesten Stand

Die Kitas der Gemeinde St. Nikolaus in Krefeld gehen einen neuen Kommunikationsweg.

Jede Kitaleiterin kann ein Lied davon singen, wie schwierig es ist, die Eltern der Kinder möglichst immer auf dem gleichen Informationsstand zu halten. Über Essenspläne, über Elternabende oder – ganz wichtig derzeit – über die jeweiligen Vorgaben und Neuregelungen in Sachen Corona. Da muss telefoniert werden, Mails werden verschickt, Zettel ausgedruckt und verteilt. Weil in vielen Kitas die Eltern aus Hygienegründen derzeit keinen Zutritt haben, werden die Zettel mit den jeweils anstehenden Informationen den Kindern in die Tasche gesteckt, können verloren gehen, werden übersehen.

All diese Probleme sind für Gabriele Beeser nun auf einen Schlag gelöst. Beeser ist Leiterin von zwei Kitas der Kirchengemeinde St. Nikolaus: dem Familienzentrum St. Peter am Wallgarten und St. Nikolaus auf der Burgstraße. In jede Kita gehen 55 Kinder. Zusammen mit den Qualitätsbeauftragten der beiden Einrichtungen, Tanja Feller und Nathalie Donder, konnte Beeser den Träger, die Kirchengemeinde St. Nikolaus, überreden, eine Art Vorreiter in Krefeld zu sein – und die in Freiburg entwickelte Kita-Info-App für die Eltern in Betrieb zu nehmen.

Mit der App wurden Informationslücken beseitigt

„Das ist gerade jetzt in der Coronazeit mit ihrem großen Informationsbedarf eine große Erleichterung für unsere tägliche Arbeit“, schwärmt Beeser. Warum das so ist, beschreibt ihre Qualitätsbeauftragte Tanja Feller, die auch Erzieherin in St. Peter ist. Mit der bisherigen Zettelwirtschaft sei es immer wieder zu Informationslücken bei einigen Eltern gekommen, die über einen anstehenden Elternabend oder die neuesten Coronaregeln nichts gewusst hätten. Eben weil diese Information irgendwo verlorenging, weil Mails nicht gelesen wurden oder Infozettel nicht bei ihnen ankamen.

„Dann mussten wir oft mehrfach die gleichen Telefonate führen“, sagt Beeser. Auch waren nicht alle Eltern in den datenschutzrechtlich ohnehin bedenklichen Whatsapp-Gruppen. Seit knapp zwei Wochen ist alles anders. Ende vergangener Woche hatten schon drei Viertel der Eltern die neue Kita-Info-App auf ihr Smartphone heruntergeladen. Und wie es damit jetzt läuft, beschreibt Erzieherin Tanja Feller: „Seit dem Start der App haben wir bereits sieben Infos in diesen Informationskanal gegeben. Zum Beispiel über den bevorstehenden Elternabend. Oder über den Speiseplan. Und über unsere Kooperation mit dem Obst- und Gemüselieferanten, an der die Eltern ja auch ein Informationsinteresse haben.“

Ganz wichtig dabei sei, dass es, anders als bei einem Messengerdienst wie Whatsapp, nicht zu einem Hin und Her von Antworten und Reaktionen kommt. Stephanie Lorencic, die selbst ein Kind in der Kita hat, bestätigt das: „Da kommen schnell 50 Nachrichten zusammen, und man hat gar keine Zeit und Lust, sich das alles durchzulesen.“ Die Kita-App kennt dagegen grundsätzlich nur eine Richtung, die Information der Eltern durch die Einrichtungsleitung. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Eltern können ihr Kind über die App auch tageweise in der Kita abmelden. Auch das ist für beide Seiten angenehm. Vater oder Mutter können das etwa bei absehbarer Krankheit schon am Abend vorher erledigen, müssen nicht morgens in der Kita anrufen. Und in der Kita wird man nicht durch entsprechende Anrufe gestört, die Info liegt jederzeit abrufbereit im Smartphone.

Die 48 Euro pro Monat und Einrichtung übernimmt der Träger

„Es ist ganz wichtig, dass wir es hier nicht mit einem Chatportal zu tun haben. Es ist ein reines Infoportal, mit dessen Hilfe alle Eltern mit einem Klick zur gleichen Zeit die gleichen Infos haben“, schwärmt Kita-Leiterin Beeser. Und sie freut sich auch darüber, dass die App die Eltern nichts kostet. Die 48 Euro pro Monat und Einrichtung übernimmt der Träger. Der dann ja auch Kosten für Papier und Drucker einspart. Und seine Angestellten von Bürokratie entlastet.

Auf eine andere wichtige Eilfunktion weist Beeser hin, die sich demnächst zu Gunsten aller Beteiligten lohnen kann: „Wenn man beispielsweise mit einer Gruppe einen Ausflug macht und sich zu einem bestimmten Termin verabredet hat, zu dem die Eltern die Kinder an einem festgelegten Ort abholen sollen. Verspätet sich die Gruppe, so kann das sofort per App allen Betroffenen mitgeteilt werden.“