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Kirchen sammeln für Arbeitslose

Kirchen sammeln für Arbeitslose

Spenden gehen an Einrichtungen, die sich um Jobsuchende kümmern.

Das Bistum Aachen hat für den 29. April zu einer Solidaritätskollekte für Arbeitslose aufgerufen. Die Kirchen werden Geld und Spenden sammeln, um Einrichtungen zu unterstützen, die sich für das Wohl, die Begleitung und Vermittlung von Jobsuchenden einsetzen, die gegen Kinderarmut eintreten, Alleinerziehenden unter die Arme greifen und Jugendliche fördern wollen.

Werner Fleuren, Vorsitzender des Arbeitslosenzentrums Krefeld

Werner Fleuren, Vorsitzender des Arbeitslosenzentrums in Krefeld, sagt: „Die Akzeptanz, sich für Arbeitslose einzusetzen, ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. In der öffentlichen Meinung wird das Bild gemalt, die Arbeitslosigkeit sei niedrig, man spricht fast von Vollbeschäftigung. In den Beratungsstellen aber sieht die Welt anders aus.“

Zu diesem Anlass wird es am kommenden Freitag ab 19.30 Uhr in der Thomas Morus-Kirche einen Benefizauftritt der Gruppe Das FrauenKabarett Krefeld geben. Ute Lindemann-Degen, die seit 18 Jahren mit Helga Klingbeil-Weber tourt, sagt: „Ich weiß, wie wichtig Jugendbildung ist. Ich habe Arbeitslosigkeit in meinem Umfeld nicht erleben müssen. Ich bin dankbar, dass es so gelaufen ist. Ich würde gerne etwas zurückgeben.“ Unter dem Motto „Wir geben alles“ fließen die Spendenerlöse dann an die Einrichtungen.

Stephan Hagemes von der Initiative gegen Arbeitslosigkeit der Region Kempen/Viersen nennt für das Jahr 2017 für den Kreis und die Stadt Viersen eine steigende Zahl von 1226 Beratungsgesprächen. Im Jobcenter gebe es Verbesserungsbedarf, gerade was die Vermittlung an Sachbearbeiter und Beratung angeht, so Hagemes. Auch das Sozialwerk Krefelder Christen und Koordinierungskreis kirchlicher Arbeitsloseninitiativen, von denen es im Bistum Aachen 50 gibt, freut sich über die Hilfe durch die Sammelaktion. Berthold Santjer sagt: „Wir unterstützen junge Erwachsene beim Übergang von der Schule in den Beruf. Wir wollen Aussonderung und Mobbing verhindern, Reintegration von jungen Menschen und Einzelberatung anbieten.“ Die Einrichtung arbeite schon jetzt mit etwa 600 Menschen zusammen, so Santjer.

Peter Sokoll vom Ökumenischen Arbeitslosenzentrum sagt: „Wir hatten in Krefeld 2600 Beratungsgespräche in 2017. Die Hilfe des Bistums ist eine wunderbare Ergänzung.“ Hans-Joachim Hofer, Vorsitzender des Katholikenrates in Krefeld, meint: „Es ist wichtig, dass sich viele Menschen beraten lassen. Man muss sich die Zeit für die Einzelschicksale nehmen.“ 7930 Euro Spenden sind durch die Kollekte im Vorjahr zusammengekommen, 5155 Euro in Viersen.