Fußball-Regionalliga Cheftrainer Dinzey leitet erste Einheit

Krefeld · Am Donnerstagmittag bat Michél Dinzey mit seinen Co-Trainern René Lewejohann und Askin Polat zur ersten Einheit in die Grotenburg. Einige Spieler müssen sich im Training noch beweisen, um einen Vertrag zu erhalten.

Cheftrainer Michél Mazingu-Dinzey schaute sich die ersten Trainingsminuten lange an, ehe er eine Ansprache an die Spieler hielt.

Cheftrainer Michél Mazingu-Dinzey schaute sich die ersten Trainingsminuten lange an, ehe er eine Ansprache an die Spieler hielt.

Foto: Dirk Jochmann

Neugierige Fans hatten sich am Donnerstagmorgen an der Violstraße positioniert, um den Trainingsauftakt von Fußball-Regionalligist KFC Uerdingen nicht zu verpassen. Zwar hatte der Verein am Mittwochabend erklärt, dass der Trainingsauftakt in der Grotenburg unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden würde, entmutigen ließen sich die hart gesottenen Fans davon allerdings nicht. Und so harrten sie aus, ließen sich auch von kurzfristigen Regenschauern nicht davon abbringen, sich selbst einen Eindruck vom neuen Trainerteam und möglicherweise neuen Spielern zu verschaffen. Erst am Mittag allerdings wurden sie mit Betriebsamkeit rund um die Grotenburg belohnt, als Spieler, Trainer und Vereinsverantwortliche nach und nach anreisten.

Auf dem Rasen des gerade erst sanierten Stadions übernahm schließlich Co-Trainer Askin Polat, der bereits am Dienstagabend mit dem zweiten Co-Trainer René Lewejohann offiziell vom Verein präsentiert worden war, das Kommando. Der neue Cheftrainer Michél Mazingu-Dinzey, erst am Donnerstag in Krefeld angereist, beobachtete die Aufwärmübungen zunächst aus der Ferne, besprach sich mit Lewejohann, ehe er schließlich die erste Ansprache an die rund 20 Spieler hielt. Noch ist nicht ganz klar, ob diese jemals als Team in der Regionalliga auf dem Platz stehen werden. Denn nicht jeder Spieler, der am Donnerstag zum Trainingsauftakt erschienen war, hat bereits einen Vertrag unterzeichnet.

Bleiben weitere Spieler aus
dem Oberliga-Team in Krefeld?

 Sie sollen den KFC zum Erfolg führen: Co-Trainer René Lewejohann, Cheftrainer Michél Mazingu-Dinzey sowie Co-Trainer und Analyst Askin Polat.

Sie sollen den KFC zum Erfolg führen: Co-Trainer René Lewejohann, Cheftrainer Michél Mazingu-Dinzey sowie Co-Trainer und Analyst Askin Polat.

Foto: Dirk Jochmann

„Es sind viele Spieler hier, deren Verträge unterschriftsreif sind, andere sind bereits unterzeichnet und mit wieder anderen haben wir eine mündliche Übereinkunft getroffen“, erklärt der jüngst zum Sportdirektor beförderte Adalet „Atta“ Güner. Darüber hinaus gebe es Spieler, die sich in den kommenden Trainingseinheiten für eine Aufgabe beim KFC Uerdingen beweisen sollen. In den nächsten Tagen kämen noch weitere Probespieler hinzu. Darunter einige Spieler aus dem Ausland, die man bislang aber nur auf dem Papier kenne, bei denen man sehen müsse, wie sie im Team harmonieren.

Diesen Kern zu finden, wird in den nächsten Tagen Aufgabe der sportlichen Leitung und des Trainerstabs sein. Ab sofort stehen an jedem Tag Trainingseinheiten an, ehe es in die konkrete Vorbereitung auf die Regionalliga-Saison gehe. Bis nächste Woche Freitag will der KFC das Grundgerüst seines Kaders mit mindestens 18 Spielern stehen haben, erst dann sollen die Spieler auch namentlich vorgestellt werden. „Wir planen und bearbeiten das in Ruhe“, sagt Güner. Nur so viel lässt er durchblicken: Aus dem Oberliga-Team, das als Tabellendritter durch den Verzicht der beiden erstplatzierten Mannschaften den Aufstieg in die Regionalliga erreicht hat, könnten neben Alexander Lipinski und Dimitrios Touratzidis noch weitere Spieler weiterhin das KFC-Trikot tragen. Torhüter Marvin Gomoluch, Verteidiger Ole Päffgen und Offensivkraft Gianluca Rizzo werden als Kandidaten gehandelt. Darüber hinaus gebe es zwei, drei weitere Kandidaten, die laut Güner zum Publikumsliebling avancieren könnten. Die nächste Woche soll hier Klarheit bringen.

Sportdirektor Güner setzt verstärkt auf Jugendarbeit

Wichtig ist dem Sportdirektor, dass es in der Regionalligamannschaft auch erfahrene Spieler gibt, die das Team anführen können. „Überwiegend haben wir Spieler, die Mitte 20 sind. Wir haben keine Spieler verpflichtet, die über 30 Jahre alt sind und für die letzten Jahre ihrer Karriere noch etwas Geld verdienen wollen“, sagt Güner. Die Spieler müssten sich mit dem Verein identifizieren können. Das soll bereits im Jugendbereich, der künftig als starker Unterbau für den Seniorenbereich dienen soll, umgesetzt werden. Sportdirektor Güner, selbst über viele Jahre im Jugendbereich tätig, will Talenten eine Chance geben. Am Donnerstag waren beim Trainingsauftakt auch Spieler aus der U-19 dabei, die zuletzt in der abgelaufenen Rückrunde starke Leistungen gezeigt hätten und entsprechend mit Verträgen belohnt werden sollen. „Die Jugendarbeit ist mit das wichtigste für die nächsten Jahre“, betont Güner. Dazu gehörten auch Kooperationen mit dem SC Bayer 05 Uerdingen. Gerade mit dessen Leiter des Förder- und Leistungszentrums Michael Nagorny könne die Zusammenarbeit im Jugendbereich weiter intensiviert werden.

In der nächsten Woche steht für den Sportdirektor aber zunächst die Kaderzusammenstellung für die Regionalligamannschaft im Fokus. „Die vergangenen zwei, drei Wochen waren heftig, aber wir haben noch eine Woche vor uns, die richtig gut werden kann“, ist sich Güner sicher. Danach könnten die Trainer richtig loslegen, die Spieler liefern. Das zuletzt von Mehmet Eser, Chef der Berateragentur M-Soccermanagement, ausgerufene Ziel „Durchmarsch in die dritte Liga“ will Güner so stehen lassen. Es sei gut, wenn man sich hohe Ziele setze. Der KFC sei ein schlafender Riese, von dem nicht jeder in der Region wolle, dass er aufwacht. „Wir werden alles dafür tun, dass er aufwacht“, kündigte Güner an. Wer den Etat, der derzeit bei 1,2 Millionen Euro liegt, für dieses Ziel aufstockt, ist noch nicht bekannt. Auch diesbezüglich will der Verein ab der kommenden Woche nähere Details bekannt geben.