KFC-Fans trotzen Verkehrschaos

KFC-Fans trotzen Verkehrschaos

18 162 Zuschauer feiern in Duisburg den 1:0-Sieg in der Relegation. Staus bei der Anreise sorgen für 30 Minuten Verspätung.

Duisburg. Schönstes Frühsommerwetter, die Aussicht auf ein Flutlichtspiel und den Aufstieg in die 3. Liga — für die Fans des KFC Uerdingen ist der Donnerstag ein Feiertag. Trotz des Umzuges von der Grotenburg strömen 18 162 Zuschauer zum 1:0-Sieg im Relegations-Hinspiel gegen Waldhof Mannheim in die Arena des MSV Duisburg. Seit Tagen sind die KFC-Fans heiß auf das Spiel, der Fanshop wie leer gefegt, selbst Ex-Star Ailton schickt auf Facebook noch eine Grußbotschaft. Und dann: Der Anpfiff wird um eine halbe Stunde nach hinten verschoben, zu viele Fans stehen noch im Stau.

In der Arena sorgt es indes für etwas Verwunderung, dass die Gästefans aus Mannheim direkt am Spielfeld hinter dem Tor stehen, die Uerdinger aufgrund der gesperrten MSV-Kurve allerdings im Oberrang. Wolfgang Jades vom Spielausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sagt: „Das wirkt wie zweimal Auswärtsfans. Ich hätte das anders entschieden, wenn ich gekonnt hätte.“

Die Waldhof-Fans sorgen bereits nach eineinhalb Minuten für die erste Unterbrechung: Sie zünden Bengalische Feuer, Rauchtöpfe und sogar Böller, weshalb Schiedsrichter Robert Hartmann die Spieler gut eine Minute warten lässt.

Geduld müssen die Fans vor allem zuvor bei der Anreise haben. Während es für die etwa 600 Krefelder Ultras im Zugverkehr weitgehend entspannt verläuft, entwickelt sich auf den Autobahnen und Straßen im Duisburger Stadtgebiet das erwartete Verkehrschaos. Pendelnde Krefelder gepaart mit dem Feierabendverkehr sorgen für Verzögerungen von über einer Stunde. Weil zeitweise gar nichts mehr geht, steigen einige Fans auf der A59 sogar aus ihren Autos aus. Die Autobahnabfahrten sind teilweise komplett verstopft.

Die Zuschauer, die bereits frühzeitig am Stadion sind, genießen draußen noch bis kurz vor 19 Uhr bei einem Getränk die Sonne, die angekündigten Gewitter kommen nämlich nicht. Teils vermischen sich die Fangruppen , Krefelder und Mannheime warten friedlich und bei guter Stimmung zusammen vor dem Stadion.

Oberbürgermeister Frank Meyer hingegen steht wie viele andere Krefelder im Stau und fährt erst um 18.55 Uhr von der Autobahn ab. Dafür darf der Edel-Fan dann aber auch direkt neben dem Stadion parken.

Die Duisburger Polizei zog ein weitgehend gutes Fazit vom Fußballabend. Die Mannheimer waren zunächst zu früh aus der Bahn gestiegen und wurden von den Beamten daher wieder in den Zug beordert. Dabei kam es zu einigen Beleidigungen gegen die Polizisten. Zudem zündeten beide Fanlager vor dem Spiel einige Böller, weshalb es laut Polizeisprecher Ramon van der Maat „die eine oder andere Anzeige“ geben wird.

Mehr von Westdeutsche Zeitung