Keine Panik: Krefelder reisen trotzdem

Keine Panik: Krefelder reisen trotzdem

Terror und Schweinegrippe schrecken Mallorca-Urlauber nicht ab.

Krefeld. "Jetzt kann ich wenigstens mit Bombenstimmung in den Urlaub fliegen" - diesen Satz hörte Carmen Müller vom First-Reisebüro wortwörtlich von einem Kunden. Die Krefelder haben nicht nur keine Angst vor Reisen nach Mallorca und ans spanische Festland, sondern scheinen Befürchtungen zu Bombenanschlägen oder der Schweinegrippe sogar mit Humor zu nehmen.

"Wir hatten tatsächlich in den letzten Wochen nicht eine einzige Stornierung", sagt Carmen Müller. Es gab noch nicht einmal Nachfragen oder Umbuchungen. "Die Leute schätzen die Gefahren nicht so hoch ein, dass sie die Stornogebühren auf sich nehmen würden", erklärt Peter Geraedt, Inhaber der Flugbörse, die fehlende Angst. "Wenn man Medienberichten glaubt, sind Touristenhochburgen nicht das Hauptziel der Eta. Und berechenbar ist Terror ohnehin nicht."

Das gilt auch für die Neue Grippe. "Anstecken kann man sich hier ja genauso wie auf Mallorca", sagt Peter Geraedt. Und rät den Reisewilligen auch nicht vom Urlaub ab. "Die größten Einkaufszentren sollte man auf Mallorca oder am Festland zurzeit vielleicht meiden. Und lieber ein eigenes Glas benutzen . . ."

Damit hält sich Geraedt an die Empfehlungen des Auswärtigen Amtes. Mit diesen hängen, so erklärt er, auch die bisher ausbleibenden Stornierungen zusammen. "Wenn das Auswärtige Amt eine Warnung ausspricht, und nicht, wie bisher, nur Empfehlungen, können die Reiseveranstalter selbst entscheiden, ob sie kostenlose Stornierungen anbieten. Wenn nicht, müssen die Kunden die Gebühren selbst bezahlen." Und die können, bei kurzfristiger Entscheidung, die vollen Reisekosten ausmachen. Auch für die nächste Zeit hält Geraedt eine Warnung für unwahrscheinlich.

Stephan Hauser von der Hauser GmbH begegnet dieser Einschätzung auf eine in Krefeld bisher einmalige Art. Mit der Duisburger "Correct GmbH" entwickelte die Firma das "Pandemie-Reiseset" mit Masken, Schutzbrille und Reinigungsmittel. Entstanden war die Idee zu Vogelgrippe-Zeiten, seit einer Woche verkauft er das Set in Krefeld und bundesweit. "Unsere Kunden sind vor allem Firmen, die ihre Mitarbeiter sicher auf Geschäftsreise schicken wollen, genauso auch einzelne Urlauber." 15 Euro kostet der neue Rundumschutz.

Christel Felmer, Beraterin bei der Verbraucherzentrale, bleibt bei den "Händewaschen-Tipps". Und hält damit Reisen in den Süden nicht für gefährlich. Für Lisa Esser vom First-Reisebüro Esser bleibt eins am wichtigsten: "Dass man sich im Urlaub wohlfühlt. Deshalb sollte sich jemand, der im Moment Angst hat, nach Mallorca zu fliegen, lieber ein anders Ziel aussuchen."