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Keine Engpässe bei den Kapazitäten für Corona-Tests in Krefeld

Corona : Keine Engpässe bei Kapazitäten für Corona-Tests in Krefeld

Diagnosezentrum erlaubt bis zu 750 Abstriche am Tag. Stadt meldet den 27. Todesfall.

Bundesweit steigen die Zahlen von Corona-Neuinfektionen an. Die Gesundheitsämter meldeten innerhalb eines Tages 2143 neue Fälle, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte. Krefeld bildet da keine Ausnahme: Fünf weitere Fälle sind zu verzeichnen, so dass die Gesamtzahl positiver Tests auf 973 geklettert ist. 71 Personen sind derzeit infiziert, 875 gelten als genesen.

In Verbindung mit der Pandemie hat es in Krefeld einen weiteren Todesfall gegeben. Ein 82-jähriger Mann starb nach Angaben der Stadt in einem Krankenhaus mit Symptomen von Covid-19. Es handelt sich um den 27. Todesfall seit Beginn der Epidemie im März. Aktuell wird kein Krefelder mehr im Krankenhaus mit Corona-Symptomen behandelt.

Das RKI gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Inzidenz) für Krefeld mit zwölf an. Bundesweit liegt dieser Wert mit 13,2 etwas höher. In Krefeld ist die Tendenz dagegen sinkend: Mitte vergangener Woche lag der Wert noch jenseits von 20. Bundesweit steigt die 7-Tage-Inzidenz dagegen leicht an.

Bis zu 50 Mitarbeiter in der Kontaktnachverfolgung

Mit Blick auf die sinkenden Temperaturen und eine absehbare Erkältungswelle stellt sich die Frage, ob Krefeld über ausreichende Testkapazitäten verfügt. Denn in vielen Fällen werden die Betroffenen mit Symptomen wie Fieber und Halsschmerzen die Befürchtung haben, an Corona erkrankt zu sein und Klarheit wollen.

Informieren im Gespräch mit der WZ zur Corona-Lage in Krefeld: Stadtdirektor Markus Schön (links) und Martin Hoymann vom Gesundheitsamt. Foto: abi/Andreas Bischof

Stadtdirektor Markus Schön, derzeit auch für den Bereich Gesundheit zuständig, sieht auf Nachfrage kein Problem: „Engpässe im Diagnosezentrum gibt es nicht. Wir können die Kapazitäten von 350 auf bis zu 750 Testungen am Tag hochfahren.“ Erste Anlaufstelle sei immer der Hausarzt. „Wenn in der Praxis nicht getestet werden kann, sollte man einen Termin mit dem Diagnosezentrum vereinbaren“, sagt Schön.

Laut Martin Hoymann vom Gesundheitsamt „gibt keinen Grund zur Panik. Nicht jeder Halsschmerz ist Corona. Daran sollten wir auch denken, wenn in einigen Wochen die grippalen Infekte hinzukommen“. Hoymann erläutert, wie die Kontaktnachverfolgung abläuft: „Wenn jemand infiziert ist, klären wir ab, wann genau die Symptome aufgetreten sind. Von diesem Zeitpunkt rechnen wir 48 Stunden zurück, weil dann die Ansteckungsfähigkeit beginnt. Da setzt dann auch die Kontaktnachverfolgung ein.“

Während zu Beginn der Pandemie im Schnitt drei bis sieben Personen Kontakt zu einem Infizierten hatten, ist diese Zahl drastisch gestiegen. „Wegen der Lockerungen hat sie sich verzehnfacht“, berichtet Schön. Der Aufwand für das Gesundheitsamt sei riesig. 20 Personen aus anderen Bereichen der Verwaltung müssten dort aushelfen. Weitere 15 Kontaktermittler kämen durch externe und interne Ausschreibung hinzu. „In der Spitze werden es 50 Leute machen“, so der Stadtdirektor. Seinen Angaben zufolge wurde die Beratungsfirma Kienbaum im Rahmen einer Organisationsuntersuchung beauftragt, die Abläufe im Gesundheitsamt zu optimieren. Darüber hinaus habe der Verwaltungsvorstand diese Woche beschlossen, dass von Kienbaum jetzt zusätzlich der Prozess der Kontaktnachverfolgung geprüft wird.

Verschärfung der Corona-Auflagen bei Privatfeiern

Als Konsequenz aus Verstößen gegen die Schutzmaßnahmen bei einer Hochzeitsfeier in Hamm sollen die Vorschriften verschärft werden. Das kündigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann an. In NRW seien Feiern – innen – mit maximal 150 Personen erlaubt. „Wir werden vorschreiben, dass Privatfeiern zwei Wochen vorher beim Ordnungsamt angemeldet werden müssen“, so der Minister. Außerdem sei ein Verantwortlicher zu benennen, eine Gästeliste einzureichen. Die Feier in Hamm sei größer gewesen als erlaubt. Zudem habe die Gästeliste nicht gestimmt. Schön begrüßt die Initiative. „Es sollte aber nicht im alleinigen Ermessen der Kommunen liegen, was zu tun ist, wenn Grenzwerte überschritten werden. Das Land muss einheitliche Strategien vorgeben.“