Keine Chance für ein Erdkabel in Krefeld?

Keine Chance für ein Erdkabel in Krefeld?

Im Planungsausschuss wurde über Starkstrom und den Eisernen Rhein diskutiert.

Krefeld. Was kann Krefeld tun, um in zwei Projekte, die potentiell für die Bürger belastend sind oder sein können, einzugreifen? Diese Frage trieb am Mittwochabend den Planungsausschuss um.

Zum einen ging es um die geplante Hochspannungsleitung an der Grenze zu Willich. Die Planerfirma Amprion stellte den aktuellen Stand des Projektes vor. So wolle man nach den Landtagswahlen in das Planfeststellungsverfahren einsteigen. Mit einem Baubeginn rechnet man "eher ab 2012". Die Option eines Erdkabels wurde allerdings erneut ausgeschlossen, zum Ärger der Ausschussmitglieder. So hatte die CDU auf das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) verwiesen, in dem bundesweit vier Pilotprojekte mit Erdkabeln vorgesehen sind.

Krefeld ist zwar nicht darunter verzeichnet, die Krefelder Politik würde aber gerne aufgenommen werden. Amprion verwies dagegen auf die Bundesnetzagentur als Genehmigungsbehörde, auf die hohen Kosten und darauf, dass es noch keine Erfahrungen mit solcherlei Erdkabeln bei 380-Kilovolt-Leitungen gebe.

Zudem hatte die Verwaltung in ihrem Sitzungspapier darauf hingewiesen, dass die Krefelder Leitung im EnLAG nicht aufgeführt sei, eine Erdverlegung daher nicht gefordert werden könne. Man wolle das Ziel dennoch weiter verfolgen, bekräftigten CDU, FDP und Grüne.

Zweites Thema: der Eiserne Rhein. Hier hatte das kürzlich veröffentlichte Gutachten ergeben, dass sich kein Anspruch auf Lärmschutz ableiten lässt. Einen solchen gäbe es ohnehin nur, wenn für die Reaktivierung der Güterzugstrecke in Krefeld gebaut werden müsste. Dass es auch nur geringe Einflussmöglichkeiten auf potentielle Alternativstrecken gibt, wurde in der anschließenden Diskussion erneut deutlich.

Jürgen Hengst (SPD) verwies auf die Interessenlage in Holland und Belgien. Jetzt soll die Verwaltung prüfen, ob noch Mittel für Lärmschutz abgeschöpft werden können. Zudem will man das Problem nun in einem größeren regionalen Kontext angehen, das Gespräch auch über die Landesgrenzen hinaus suchen.

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