Keine Angst vor Vorurteilen

Keine Angst vor Vorurteilen

Der neue Vorstand der Arbeitsgemeinschaft (AKB) um Jürgen Herzog hat seine Arbeit aufgenommen.

Nach fast einem Jahr mit großen Turbulenzen ist die Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine (AKB) seit der Mitgliederversammlung Anfang November wieder handlungsfähig. Über das Vergangene, die Zukunft und die Ausrichtung der AKB sprach die WZ mit dem neuen Vorsitzenden Jürgen Herzog.

Jürgen Herzog: Wir haben bei unserer ersten Vorstandssitzung einen Plan erstellt, der drei Schwerpunkte enthält: der Eiserne Rhein, Fluglärm und die Entwicklung beim Straßenverkehr, also der Generalverkehrsplan. Aber auch der Luftreinhalteplan wird uns beschäftigen. Alle Themen werden gemeinsam mit den betreffenden Bürgervereinen vorbesprochen und dann öffentlich angesprochen.

Herzog: Doch, natürlich. Aktuell brennt das Thema Freiwilligenzentrum und die Dio-Spitze. Beim Freiwilligenzentrum sind wir uns sicher: Wenn die Aufgaben, die das Zentrum übernimmt, von der öffentlichen Hand übernommen werden, wird es deutlich teurer. Unser Schriftführer Heinz-Werner Knoop, der Leiter des Marianums ist, hat dies am Beispiel seines Kinderheims gut verdeutlicht. Bei der Dio-Spitze glauben wir: Dieses Wahrzeichen von Krefeld halten wir unbedingt für rettungswürdig. Angesichts der Haushaltslage wäre es aber nicht angemessen, dies aus Steuergeldern zu finanzieren.

Herzog: Wir werden themengebunden Arbeitskreise einrichten, die einen bestimmten Auftrag erhalten und dann wieder aufgelöst werden. Deren Arbeit darf auf keinen Fall am Vorstand vorbei laufen, wie es in der Vergangenheit mal der Fall war. Nach einer Einarbeitungszeit fällt der sechsköpfige Vorstand eine Entscheidung.

Herzog: In der Tat hat die Satzungsdiskussion die AKB ein Jahr lang gelähmt. Es gab eine Vielzahl von Änderungswünschen, die für großes Misstrauen gesorgt hat. Beispielsweise gab es den Versuch der Politik, mehr Einfluss zu gewinnen und für sich zu instrumentalisieren. Die Initiative wird jedoch weiterhin von der AKB ausgehen, Vorstandsmitglieder dürfen keine politischen Mandate haben. Außerdem finden Aktivitäten nur statt, wenn es um überregionale Themen geht und finden immer in Abstimmung mit den autarken Vereinen statt.

Herzog: Nein, überhaupt nicht. Wir werden mit allen in Ruhe reden, auch vor schwierigen Personen keinen Halt machen. Wir wollen alle Vereine, die nicht bzw. nicht mehr in der AKB sind, ansprechen und vom Nutzen der Mitgliedschaft überzeugen. Denn auch die Vereine, die bisher nicht im vorpolitischen Raum tätig sind, sollten Mitglied der AKB sein.

Herzog: Ohne Zweifel hat Brigitte Reich hervorragend soziales Engagement gezeigt. Ihre Arbeit bei der Krefelder Tafel, der Hausaufgabenbetreuung oder im Freizeitzentrum Süd ist beispielhaft. Sie ist leider nur an ihrem selbstherrlichen Führungsstil gescheitert. Bei der Kommunikation mit den Mitgliedern werde ich die modernen Methoden nutzen.

Über eine neue Internetseite wird nachgedacht, die alte erfüllt den Ansprüchen nicht. Und eine Billiglösung bringt nichts. Ich hoffe, die AKB damit aus dem Dornröschenschlaf zu holen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung