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Kein verkaufsoffener Sonntag in Krefeld

Meinung : Reden statt prozessieren

Handel und Verwaltung sollten mit der Gewerkschaft sprechen, statt vor Gericht zu scheitern.

Gerecht geht anders, denkt man. Da dürfen die Händler in der Krefelder City am 6. September einen verkaufsoffenen Sonntag veranstalten. Aber in Hüls geht das zwei Wochen später nicht. Dass da manch ein Händler meint, es werde mit zweierlei Maß gemessen, ist verständlich.

Doch so ist es nicht. Die Innenstadthändler hatten Anfang September einfach nur Glück, dass die Gewerkschaft Verdi mit ihrem durchaus erfolgversprechenden Eilantrag vor dem Oberverwaltungsgericht Münster am Freitagnachmittag zu spät kam. Und so konnten sie ein kleines Zeitfenster nutzen. Doch auch die Innenstadthändler laufen nun mit ihren weiteren Plänen vor die Pumpe. Aus dem für den 4. Oktober geplanten weiteren verkaufsoffenen Sonntag wird nichts. So schnell wird es die dafür erforderliche Genehmigung des eben erst gewählten Rates nicht geben. Wer meint, da müsse doch schnell eine Sondersitzung her, hat keine Ahnung von der Geschwindigkeit von Verwaltungshandeln.

Die Händler können schon froh sein, wenn es mit den weiteren ins Auge gefassten Terminen im November, Dezember und Januar klappt. Doch auch das ist keinesfalls ausgemacht. Die Gewerkschaft Verdi hat im Rechtsstreit mit zahlreichen NRW-Städten deutlich gemacht, dass sie sich entschlossen gegen den Sonntagsverkauf in die Schlacht wirft. Sie weiß dabei die für diese Frage zuständigen Münsteraner Richter auf ihrer Seite. Ob dabei die Gewerkschaft wirklich immer im Interesse ihrer eigenen Mitglieder handelt, steht auf einem anderen Blatt. Vielleicht halten diese ein paar Stunden Sonntagsarbeit alle paar Wochen auch im Interesse der Erhaltung ihres Arbeitsplatzes für gar nicht so dramatisch. Fest steht: Ohne Verdi geht hier nichts. Daher sind Einzelhandel und Stadtverwaltung gut beraten, sich mit Verdi an einen Tisch zu setzen. Um eine einvernehmliche Lösung zu finden. Um sich nicht immer wieder vor Gericht streiten zu müssen. Und vor allem: um die in dieser Frage quälende Unsicherheit zu überwinden.