Keim-Alarm in Krefelder Feuerwache

Bakterien : Bakterien-Alarm in Krefelder Hauptfeuerwache

Bei Kontrollen der Wasserleitungen sind Keime nachgewiesen worden. Gefahr für Gesundheit möglich.

Bei der Feuerwehr herrscht zur Zeit Wasserknappheit. Denn in den Trinkwasserleitungen der Hauptfeuerwache sind bei routinemäßigen Untersuchungen in Kaltwasserleitungen Keime festgestellt werden. Nach Angaben des Gesundheitsamtes handelt es sich um coliforme Keime, die gesundheitsgefährdend sein können.

Die Folge: Bis Mittwochnachmittag durfte in den Räumlichkeiten an der Neuen Feuerwache nicht geduscht werden. Zudem wurde von der Feuerwehrleitung angeordnet, dass zum Verzehr genutztes Trinkwasser, beispielsweise für Tee oder Kaffee, vorher abgekocht werden muss. Eine Handdesinfektion sei nach dem Händewaschen zwingend erforderlich. „Zum Schutz der Mitarbeiter sind bereits die meisten Trinkwasserentnahmestellen mit Feinstfiltern ausgestattet worden. Zeitnah werden alle Trinkwasserentnahmestellen mit diesen Filtern ausgestattet sein“, sagt Stadtsprecher Timo Bauermeister. Durch diese sogenannten Aktivkohlefilter konnten bereits rund ein Drittel der Duschen und Waschbecken in der Feuerwache am Mittwoch wieder in Betrieb genommen werden.

Externer Gutachter nimmt am Donnerstag weitere Proben

Zusätzlich sei ein externer Gutachter mit einer weiteren Untersuchung der Entnahmestellen beauftragt worden. Am Donnerstag sollen weitere Proben genommen werden. „Alle Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr sind über den Sachverhalt und die erforderlichen Hygienemaßnahmen informiert worden“, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung. Für die Bevölkerung hätte der Vorfall keine direkten Auswirkungen. Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr und des Rettungsdienstes sei uneingeschränkt und ohne Gefährdung Dritter gewährleistet, berichtet Bauermeister.

In der Trinkwasserverordnung heißt es: „Coliforme Keime ist ein Überbegriff für eine Gruppe von coliformen Keimen – zu der auch Escherichia coli gehört [...]. Der Nachweis coliformer Keime ist ein Hinweis auf Verunreinigungen, die fäkaler, aber auch nicht-fäkaler Art sein können. Sie zeigen vielmehr allgemeine Mängel in der Aufbereitung und im Leitungsnetz an.“

Laut den Vorgaben in der Verordnung würde ein Auftreten von erhöhten coliformen Keimwerten nicht direkt eine Gesundheitsgefahr bedeuten. Zu beachten sei jedoch, dass coliforme Keime nicht im Trinkwasserrohrnetz vorhanden seien, sich dort nicht vermehren und nur cirka ein bis zwei Wochen überleben können, da es dort in der Regel zu kalt und nährstoffarm ist. „Werden diese Keime im Wasser nachgewiesen, dann sind sie immer von außsen eingetragen worden und sie sind relativ frisch“, heißt es in der Trinkwasserverordnung. Wenn die Quelle beseitigt ist oder keine Keime mehr eingetragen werden, dann nimmt die Konzentration kontinuierlich ab und nach etwa zehn bis 15 Tagen sterben sie ab.

Mehr von Westdeutsche Zeitung