Kathstede: Das Theater ist das Herz einer Stadt

Kathstede: Das Theater ist das Herz einer Stadt

Der Oberbürgermeister benennt seine Schwerpunkte für das Wahljahr 2009: Bildung, Sport und Kultur.

Krefeld. Einen leidenschaftlichen Appell zum Erhalt des Theaters hat Oberbürgermeister Gregor Kathstede in Richtung Mönchengladbach gerichtet.

"Das Theater ist das Herz einer Stadt. Wir haben hier ein erstklassiges Ensemble. Und was man kaputt spart, kann man nicht wieder zurückholen. Deshalb appelliere ich an die Gladbacher: Überdenkt euren Weg, es ist der falsche!"

Für seine Politik wird das Theater 2009 eine zentrale Rolle spielen, denn die Kultur hat er neben Sport und Bildung zu seinen Schwerpunkten für das neue Jahr erklärt. Er werde für den Erhalt der kulturellen Einrichtungen kämpfen.

Über 30 Millionen Investitionen in die Gebäude (Mediothek, Theater, Kaiser-Wilhelm-Museum und Musikschule) und die Erhöhung des Ankaufsetats für das Museum mit Hilfe Krefelder Unternehmen sprächen eine deutliche Sprache.

Im Bereich Bildung werde die Stadt sich vor allem auf den weiteren Ausbau der Ganztagsbetreuung konzentrieren. Kathstede: "Derzeit gibt es für fast jedes vierte Schulkind einen Platz, 426 zusätzliche Angebote haben wir allein in diesem Schuljahr geschaffen. Und auch die dafür notwendigen Räume sind mittlerweile in fast alles Grundschulen fertig."

Als dritten Schwerpunkt für das neue Jahr nannte Kathstede den Bereich Sport. Hier seien insgesamt rund sieben Millionen Euro vorgesehen. Den dicksten Batzen macht das geplante Sportbad für 2,4 Millionen Euro am Bockumer Badezentrum aus.

Geld gibt es aber auch für den Kunstrasenplatz Horkesgath sowie für die Sanierung des Uerdinger Bades und diverser Sportanlagen. "Die Sportvereine sind ein wesentliches Fundament unserer Gesellschaft, engagieren sich in der Jugendarbeit", sagt Kathstede.

Große Geschenke werde er trotz der anstehenden Kommunalwahlen, bei denen auch über seine Zukunft entscheiden wird, nicht versprechen. Dazu bestehe angesichts der Haushaltslage und der nicht absehbaren Auswirkungen der Finanzkrise kein Anlass.

"Wir müssen zuversichtlich nach vorne blicken, aber die Signale aus der Wirtschaft sind nicht rosig. Da ist von Auftragsrückgängen um 80 Prozent die Rede oder sogar auf Null."

Krefeld sei mit den Rekord-Gewerbesteuereinnahmen von 140 Millionen in 2008 und dem erstmals ausgeglichenen Haushalt in 2009 aber gut aufgestellt, um weiter zu investieren und dies sei auch für die Krefelder Unternehmen wichtig.

Mit Blick auf die geplanten Konjunkturprogramme der Bundesregierung sagt Kathstede: "Krefeld wird jede Hilfe dankbar annehmen. Ich habe allerdings Sorge, dass das Ruhrgebiet wieder bevorzugt wird und wir für unsere Sparbemühungen bestraft werden. Das wäre ungerecht."

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