Kamelle statt Krawall in Verberg

Kamelle statt Krawall in Verberg

Der nicht angekündigte Kinderkarnevalszug zog ohne besondere Vorkommnisse, aber auch vor weniger Zuschauern.

Die gute Nachricht vorweg: Beim Kinderkarnevalszug in Verberg kam es weder zu Ausschreitungen noch zu anderen unrühmlichen Vorkommnissen. Die rund zwei Dutzend Polizeibeamten und den extra angeordneten Sicherheitsdienst hätte es an diesem Karnevalssamstag wohl nicht gebraucht. Doch die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren hatten keine andere Planung zugelassen. „Am Samstagmorgen haben wir dann relativ schnell gesehen, dass es wohl nicht die großen Ansammlungen von Jugendlichen werden“, sagt Ralf Mühlenberg.

Der Vorsitzende der KG Verberg kann deshalb am Vormittag nach Absprache mit den Sicherheitskräften aufatmen. Weitere Rettungswagen oder gar Notärzte müssen nicht geordert werden. Der Kreisel an Haus Ritte, an dem in den Vorjahren bis zu 1500 Jugendliche durch Saufgelage, Sachbeschädigungen und Pöbeleien aufgefallen waren, ist zum Start des Zuges fast verwaist.

Derweil startet der Kinderkarnevalszug und schlängelt sich gemächlich durch Verberg. Sechs Wagen und 14 Gruppen sind mit dabei. Rund 400 Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind mit von der Partie. Auf dem letzten Wagen, einem wackelnden Schiff, fährt die KG Verberg mit Ralf Mühlenberg. „Es war ein klasse Zug, entlang der Strecke tolle Stimmung“, freut er sich. 2800 Zuschauer sind es nach Ansicht des Veranstalters wohl in diesem Jahr gewesen und damit nicht viel weniger als in Vorjahren.

Am Straßenrand herrscht ein anderer Eindruck. „Früher standen die Menschen entlang der gesamten Zugstrecke, heute ist es ja richtig leer“, sagt eine als bekannte Schokoladen-Kuh verkleidete Anwohnerin. Und tatsächlich, mancher Anwohner schaut fast ein wenig ratlos drein, als sich der Karnevalszug von der Heyenbaumstraße aus nähert. „Ich habe nur von dem Zug erfahren, weil vor zwei Tagen die Gitter hier aufgestellt wurden“, sagt eine Verbergerin, die zusammen mit ihrem Neffen Theo (als Bauarbeier) und dessen Freund Pepe (als Polizist) am Wegesrand steht.

Foto: abi

Hat die Geheimhaltung auf die Zuschauerzahl gedrückt?„Ich denke nicht“, sagt Mühlenberg. „In Verberg war es schon immer so, dass die Zuschauer sich nur an einigen großen Stellen gesammelt haben.“ 50 bis 60 Karnevalisten sind es dann noch, die an Haus Ritte auf die Zugteilnehmer warten. Fieser Nieselregen hat den Großteil der Zuschauer da schon wieder vertrieben. Die Polizei ist da längst mit den meisten Beamten wieder abgerückt. „Es ist absolut ruhig geblieben“, sagt ein Polizeisprecher. Es hätte keine besonderen Vorkommnisse gegeben.

Dem Verberger KG-Vorsitzenden Ralf Mühlenberg macht das Hoffnung. Nachdem es zum zweiten Mal in Folge äußerst ruhig blieb, könnten die Auflagen für den Verberger Kinderkarnevalszug zukünftig geringer ausfallen. „Dann würden wir auch wieder offensiver andere Vereine ansprechen und auf mehr Zugteilnehmer hoffen“, sagt Mühlenberg.

wz.de/karneval-kr

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