Junge Familien lieben Königshof

Junge Familien lieben Königshof

Der Bürgerverein engagiert sich für saubere Spielplätze im Stadtteil, zeigt aber auch, an welchen Stellen noch etwas zu tun ist.

Gelassen schlendert Peter Schiffer durch die Schleichwege in Königshof. Ein Stück entfernt von der lauten Kölner Straße, kann ein wenig Ruhe nicht schaden. Durch die kleinen Gassen, vorbei an der Königshofer Wiese und den Anlagen des Gartenbauvereins Mühlenfeld bleibt der Vorsitzende des Bürgervereins Königshof kurz stehen, hält inne und sagt: „Also vorne weg. An Grünanlagen mangelt es uns hier nun wirklich nicht.“ Immer wieder kommen ihm auf seinem Weg Leute entgegen. Zu Fuß, auf dem Fahrrad oder wie Schiffer selber mit dem Hund. Ein kurzer Gruß, dann geht es weiter. Die Königshofer mögen ihre Parks und sind zugleich ein stolzes Volk. Eng verbunden und immer neugierig was gerade mit dem Stadtteil passiert. Schiffers Stellvertreterin, Birgit Dreyer, sagt: „Der Königshofer ist sehr neugierig und engagiert. Man wird eigentlich immer angesprochen. Egal ob beim Bäcker oder im Supermarkt.“ Da kann der Einkauf im „Dorf“, wie die beiden den anliegenden Stadtteil Fischeln bezeichnen, auch mal etwas länger dauern. Schließlich gibt es immer etwas zu bereden. Die wenige schönen Ecken im Stadtteil sind nicht u leugnen. Der Grund: überfüllte Mülltonnen, zugeparkte Zufahrten, Radwege, die eher einer Buckelpiste gleichen, als einer gut zu befahrenen Straße. Die Liste ist lang und der Bürgerverein Königshof will sie anpacken. Bevor es bei der WZ-Veranstaltung „Krefeld hautnah“ am Dienstag zur Diskussion mit Experten und Bürgern kommt, zeigen Schiffer und Dreyer bei einem Rundgang, wo es in Königshof noch hapert.

Ganz oben auf der Agenda steht die Situation der Spielplätze im Stadtteil. Auf der Kölner Straße weht an der Ecke Kapellenstraße die blau-weiße Flagge mit dem Schriftzug „Königshof“ in der Luft. Ein paar Schritte weiter braucht es schon einen, der sich auskennt, um den Spielplatz an der Lefarthstraße zu finden. Passend zur Situation im Inneren umrandet dichtes Gebüsch die Anlage. „Der Platz ist extrem verwahrlost, dabei ziehen immer mehr junge Familien mit Kindern hierher“, sagt Schiffer. Kein Wunder. Eine einsame Nestschaukel steht in der Mitte, andere Geräte sucht man vergeblich. Vom Bolzplatz ist bis auf die verosteten Metalltore nicht mehr viel übrig und um die Tischtennisplatte liegen leere Bierflaschen neben einer Menge Müll. Dreyer sagt: „Es ist schade, denn die Anlage ist riesig und hat eigentlich so viel Potenzial.“

Doch es geht auch anders. Ein paar Straßen weiter an der Wichernstraße liegt der nächste Spielplatz. Gut 40-50 Kinder toben sich hier nachmittags an modernen Geräten aus. Spielplatz-Patin Brigitte Plehn kümmert sich um die Kinder, bringt ihnen Spielsachen und sieht nach dem Rechten. Es bleibt sauber und friedlich. „Sie ist die gute Seele des Platzes“, meint Schiffer.

Das Müllproblem lässt sich auch an anderen Stellen festmachen. Immer wieder quellen auf den Wegen Tonnen über, „volle Säcke werden einfach daneben abgestellt“, meint Schiffer. Erst vor Kurzem sammelte der Bürgerverein in einer Aktion über 20 Säcke Müll im gesamten Stadtteil ein. Über die Kölner Straße, an der übrigens Tempo 30 gefordert wird, fehlt es an sicheren Übergängen für Schulkinder. „Die Straße ist extrem schlecht einsehbar“, sagt Schiffer. Es bleibt also viel zu tun.

Mehr von Westdeutsche Zeitung