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Zirkus Probst: Junge (5) wird von Zirkus-Demonstranten beleidigt

Zirkus Probst : Junge (5) wird von Zirkus-Demonstranten beleidigt

Am Sprödentalplatz äußern rund 50 Personen ihren Ärger über die Tierhaltung im Zirkus lautstark.

Krefeld. Marc Monderkamp wollte am Samstag einen besonderen Ausflug mit seinen Kindern machen. Sein Ziel: Die 16-Uhr-Vorstellung des Cirkus Probst auf dem Sprödentalplatz. „Die Kinder haben sich total drauf gefreut“, sagt Monderkamp. Sein Sohn Gianluca (5) hat noch nie, und seine Tochter Joanna (9) erst einmal eine Vorführung im Zirkus gesehen. Doch aus dem entspannten Familiennachmittag wird nichts.

Denn unmittelbar vor dem Zirkuszelt haben sich am Samstag — wie zu den anderen Nachmittagsvorstellungen auch — Demonstranten versammelt. Die rund 50 Personen fassende Gruppe protestiert lautstark gegen die Haltung von Zirkustieren. „Mit unserer Protestaktion machen wir darauf aufmerksam, dass Tiere keine Unterhaltungsobjekte sind“, heißt es in einer zu den Demonstrationen gehörenden Veranstaltungsreihe auf Facebook dazu.

Dabei sprechen die Demonstranten nach Angaben von Marc Monderkamp auch gezielt seine beiden Kinder an. „Wir sollten uns vorstellen, wir würden von unseren Familien weggenommen oder würden misshandelt werden“, erzählt Joanna. Für ihren kleinen Bruder Gianluca wird die Situation zu stressig. Der Junge ist verängstigt. „Dann bin ich mit ihm ins Zelt gegangen, weil ich dachte, wenn er die Gruppe nicht mehr sieht, wird er sich wieder beruhigen“, erklärt Marc Monderkamp. Doch sein Sohn lässt sich nicht wieder beruhigen. Er schreit und weint.

Glücklicherweise ist sein Vater ausgebildeter Sanitäter und bewahrt die Ruhe. Er entscheidet, nicht in die Zirkusvorstellung zu gehen. Direktor Reinhard Probst erstattet der Familie das Geld zurück (65 Euro) und entschuldigt sich mehrfach für die Vorfälle. Als die Familie an den Kassen steht, um die Karten umzutauschen, kommt es zwischen Joanna und einigen Demonstranten zu Wortgefechten. In dessen Folge werden der Neunjährigen und ihrem Bruder von vereinzelten Demonstranten Mittelfinger gezeigt.

Marc Monderkamp ist entsetzt, seine Kinder verstört. Er verlässt das Gelände und erstattet daraufhin Anzeige wegen Beleidigung und Körperverletzung bei der Polizei, die die Vorfälle und Anzeige gegen die Gruppe bestätigt. Marc Monderkamp entschied sich dann dazu, am Sonntagvormittag den Zirkus mit seinen Kindern zu besuchen. Die Karte dazu spendete Reinhard Probst selbst. „Wir haben aber vorher geschaut, ob nicht wieder protestiert wird“, so Monderkamp. Die Demonstranten hatten sich dann um 16 Uhr wieder auf dem Sprödentalplatz eingefunden.