Krefeld: Jochen Adrian verabschiedet: "Er ist der geborene Ideengeber"

Krefeld : Jochen Adrian verabschiedet: "Er ist der geborene Ideengeber"

Krefeld. Rund um die Gesamtschule Kaiserplatz ist kein Parkplatz zu finden, und die Stühle in der großen Aula sind ebenfalls allesamt besetzt. Jeder, der nur irgendwie mit Schule zu tun hat, möchte Schulleiter Jochen Adrian nach 41 Jahren im Schuldienst, davon elf am Kaiserplatz, in den Ruhestand verabschieden.

Der Lehrer nimmt das Lob, das über ihn ausgeschüttet wird, mit Freude und Humor entgegen.

Ein kleiner Wermutstropfen zu Beginn: Oberbürgermeister Frank Meyer hätte es gut gefunden, wenn der Abschied ein „wunderbares Paket mitsamt des Schulfestes“ gewesen wäre. Vorschriften hatten dies zunichtegemacht. Meyer: „Wenn man erkannt hat, dass etwas nicht gut gelaufen ist, muss man es besser machen.

Es wird ein verändertes Veranstaltungs-Management geben. Gesellschaft, Institutionen und Stadtverwaltung werden gemeinsam daran arbeiten.“

Der OB lobt die beeindruckende Laufbahn des „hochverdienten Lehrers, engagierten Bürgers und Krefelder Jung‘“, wobei er beiläufig „übersieht“, dass Adrian in Lübeck geboren ist, aber das sei nicht so schlimm.

Mit zwei Jahren kam er nach Krefeld und spazierte kurzerhand in die nächste Kita, um Zauberkunststücke aufzuführen. „Er ist der geborene Ideengeber, der Vordenker neuer Projekte.“ Adrian, der Lehrer für Physik und Sport, entwickelte neben „Jugend trainiert für Olympia“ eigene Wettbewerbe für die verschiedenen Schultypen.

1985 übernahm er das Amt des Fachberaters für den Schulsport auf Bezirksregierungs-Ebene. Diese Tätigkeiten führten neben dem Engagement in einigen Ehrenämtern wie bei der „Lebenshilfe“ dazu, dass er das Bundesverdienstkreuz trägt. Dass er auch ein Wettkampfprogramm für Behinderte auflegte, war ihm ein besonderes Anliegen. Einer seiner drei Söhne kam ebenfalls mit einer Behinderung zur Welt.

Die Tätigkeit in Sachen Schulsport hatte auch noch eine weitere gute Seite: „Sie hat dazu geführt, dass ich fast alle Schulen mit ihren Lehrern kenne.“ Und die waren Freitag, so schien es, fast alle da. Meyer sagt, dass ein Mann, der Heinz Erhardt und die Pappköpp liebt, der Fan von Queen und den Beatles ist, kein schlechter Mensch sein kann. Der Pädagoge sei sogar ein ähnlicher Showman wie es Queen-Frontmann Freddy Mercury einst war. „Er will jetzt sogar selber kabarettistisch tätig werden“, verrät der OB und wünscht sich, den Physiker, Sportler, Pädagogen und Menschen noch lange an der Seite der Stadt zu sehen.

Als Meyer dem scheidenden Schulleiter die obligatorische Vase der Stadt als Abschiedsgeschenk überreichen muss, sagt Adrian: „Ich wollte eigentlich verlängern, in der Hoffnung, dass der Vorrat der Vasen irgendwann aufgebraucht ist.“ Ulrich Graf, Hauptdezernent aus Düsseldorf, erklärt: „Die Konzepte des Kaiserplatzes zu Inklusion und Flüchtlings-Beschulung haben die Bewunderung der Bezirksregierung hervorgerufen.“

Langanhaltender Applaus ist Adrian sicher. Der Geehrte zeigt sich dankbar für die Chancen, die er im Leben bekommen hat. „Ich konnte viele nette Menschen kennenlernen. Ich weiß den Abschied der Stadt zu schätzen, das ist nicht selbstverständlich. Wir haben stets mit den Fachbereichen Schule und Gebäudemanagement gut zusammengearbeitet.“