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Jetzt gibt es koreanische Spezialitäten im Krefelder Winkmannshof

Gastronomie : Jetzt gibt es koreanische Spezialitäten im Winkmannshof

Das historische Gemäuer wurde von „altbackenem Charme“ befreit, dennoch bleibt man der Tradition treu.

Die goldenen Buchstaben des Schriftzuges „Winkmannshof“ außen am Haus sehen aus wie frisch geputzt und glänzen. Im alten, denkmalgeschützten Gemäuer, dessen Geschichte ins Jahr 1783 zurückreicht, ist wieder Leben eingezogen. Als neue Eigentümer des Hauses in Linn zeichnet das Frankfurter Mediziner-Ehepaar Michael Frenken und Eun Young Cho. Sie haben dort ein koreanisches Restaurant eröffnet. Die ersten Gäste sitzen auf der Terrasse und genießen die Spezialitäten des Landes, aber auch Kaffee und Kuchen.

Das Restaurant behält den traditionsreichen Namen

„Der Winkmannshof bleibt unter seinem Namen bestehen. Er hat Tradition und ist schön“, betont Frenken. „Wir haben aber seinen altbackenen Charme im Innern beseitigt und ihm behutsam ein neues und moderneres Gesicht gegeben“, führt er aus. Dabei wurde ebenso Wert auf die Tradition gelegt. So wurde der Putz im Durchgang teilweise abgenommen, damit das ursprüngliche Gemäuer sichtbar wird. Alte Balken vom Speicher bilden die Umgebung für Lampen und Lichtleisten, die dahinter installiert sind.

Dies geschah beispielsweise im hohen Lichthof, der seinen Namen endlich wieder verdient und nicht mehr als Stuhllager dient. „Hier, im für mich schönsten Raum des Hauses, können die Gäste sitzen, aber auch kleine Gesellschaften stattfinden. Ein großer Bogen aus künstlichen Kirschblüten bildet einen schönen Hintergrund für Erinnerungsfotos von Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern“, sagt Managerin Hyun Jung-Lee.

Frenken berichtet: „Wir haben die Sozialräume als erstes modernisiert und den Thekenbereich, in den der Gast zurzeit über die Terrasse tritt.“ In diesem modernen Eingangsbereich wurde die Decke mit einer Folie versehen, die wie ein matter Spiegel erscheint. Farbige Lichtleisten erstrahlen in unterschiedlichen Tönen. Das Rückbuffet, das ein Schreiner herstellt, fehlt noch.

Der Betrieb auf der Terrasse unter der kaukasischen Flügelnuss, die schönen Schatten spendet, läuft. Leise Musik ist zu hören. Frenken: „Wir haben Renovierungsarbeiten im angrenzenden Saal durchgeführt. Er ist jetzt zugänglich und steht den Gästen bei plötzlich einsetzendem Regen offen.“ Gemütliche Korbstühle laden dort zum Sitzen ein.

Frenken: „Wir haben eine Immobilie gesucht, die wir uns leisten und kaufen konnten, als mein 90-jähriger Schwiegervater in Korea nicht mehr alleine leben konnte. Er ist mit meinem Schwager nach oben in die Pächterwohnung des Winkmannshofes gezogen. Für die Gastronomie gründeten wir eine GmbH.“ Die Eigentümer haben bereits ähnliche Restaurant-Projekte verwirklicht, angefangen mit einem kleinen Haus in Düsseldorf. In Heidelberg befindet sich auch eines in historischen Mauern: an der Haspelgasse in der Nähe des Marktplatzes und am Fuße des Schlosses.

Sie heißen „Gogi Matcha“, in Krefeld aber nur im Untertitel. „Gogi“ bedeutet Fleisch, „Matcha“ heißt Pferdekutsche. Zusammen lässt sich dies mit Imbiss an einer Poststation übersetzen, was gut in die historische Umgebung von Burg, Andreasmarkt und dem Linner Ortskern passt.

Die Tradition passt also, die Speisekarte auch, denn in ihrem Mittelpunkt stehen koreanisches Barbecue und „Korean Fine dining“, also schönes Abendessen. „Wobei wir innen bisher noch eine reduzierte Speisekarte anbieten“, sagt Frenken.

„Wir bieten koreanische Gerichte in einer modernen abgewandelten Form, die auch den deutschen Geschmack ansprechen“, erklärt Eun Young Cho. „Unsere Küche ist sehr vielseitig, fettarm, scharf, aber auch mild. Ein Klassiker ist das in einer guten Soße marinierte Rindfleisch oder Hühnchen und ihre Variationen. „Spezialität ist die Sashimi-Platte“, erläutert sie. Als Sashimi wird eine beliebte Zubereitungsart von rohem Fisch und Meeresfrüchten bezeichnet. Im Handel wird Fisch von entsprechender Güte, wie er für die Zubereitung erforderlich ist, als Sashimi oder Sashimi-Qualität benannt.