Jeden dritten Tag wird in Krefeld ein Auto geklaut

Jeden dritten Tag wird in Krefeld ein Auto geklaut

Im bundesdeutschen Vergleich ist die Seidenstadt eher unauffällig. Spitzenreiter ist Frankfurt an der Oder.

Krefeld. Jeden dritten Tag wird in Krefeld ein Auto gestohlen — statistisch gesehen. 2012 verschwanden 112 Karossen, vornehmlich der gehobenen Klasse, aus dem Stadtgebiet. In diesem Jahr, so verlautet aus dem Polizeipräsidium, werden es vermutlich etwas mehr werden. Genaue Zahlen will man aber erst nach dem Jahreswechsel bekannt geben.

Vor allem in Forstwald, aber auch in Bockum und Verberg gab es in diesem Jahr wieder mehrere Fälle des sogenannten Homejackings: Die Diebe ließen nach Einbrüchen in Einfamilienhäuser die Schlüssel der vor der Tür geparkten Porsche, Audi und BMW mitgehen.

Im bundesdeutschen Vergleich befindet sich Krefeld allerdings im grauen Mittelfeld. Jedenfalls nach einem Ranking, das Geld.de, ein Versicherungsvergleichsportal im Internet, am Donnerstag veröffentlicht hat.

Bundesweit sind danach im vergangenen Jahr 37 328 Fahrzeuge im Versicherungswert von 400 Millionen Euro geklaut worden. Die Hochburgen der Diebe befinden sich im Osten der Republik. Einsamer Spitzenreiter wie schon 2011 ist Frankfurt an der Oder: In der 58 000- Einwohner-Stadt verschwanden 254 Autos, was einer Diebstahlsquote von 844 Fahrzeuge auf 100 000 Zulassungen entspricht. Es folgen Dresden, Görlitz und Berlin. Demgegenüber ist der Bereich des Städtekennzeichens GAP für die Kasko-Versicherer ideal: In Garmisch-Partenkirchen wurde 2012 nur ein Auto gestohlen.

Während in Krefeld im vergangenen Jahr zehn Prozent weniger Auto als 2011 geklaut worden, explodierten die Zahlen in Aachen: Dort wurden 192 Prozent mehr Autos geklaut als 2011. Ermittlungen führten die Fahnder oft in die Niederlande, wo organisierte Banden ihren Sitz haben. Die Autos sind blitzschnell über die Grenze geschafft.

Bei einer Aufklärungsquote von bundesweit 26,7 Prozent können die Besitzer kaum damit rechnen, ihre Fahrzeuge zurückzubekommen: Denn „Aufklärung“ bedeutet nicht unbedingt auch Auffinden des Autos: Die bleiben verschwunden, auch wenn ein Täter überführt ist. Wie viele der in Krefeld geklauten Fahrzeuge wieder aufgetaucht sind, vermochte eine Sprecherin des Präsidiums am Donnerstag nicht zu sagen. Dafür müssten sämtliche Einzelfälle überprüft werden: „Sehr personalintensiv.“

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