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Drogen: Jagd auf Kokain-Dealer in Krefeld

Drogen : Jagd auf Kokain-Dealer in Krefeld

Der Handel mit Kokain floriert in Krefeld. Nach monatelanger Ermittlungsarbeit schlug die Polizei in dieser Woche zu und nahm drei Menschen fest.

Krefeld. Über Monate hatten die Beamten des Kriminalkommissariats 23 sich auf die Lauer gelegt. Endlich sollte sich die harte Ermittlungsarbeit auszahlen. Die häufig in zivil ermittelnden Polizisten konnten in dieser Woche endlich zuschlagen. Ins Netz gingen den Beamten bei zwei Razzien drei Männer (22, 22, 46) die im Verdacht stehen, illegal mit Drogen zu handeln — konkret mit Kokain. Die Tatorte: Hubertusstraße und St.-Anton-Straße. Erst im Dezember vergangenen Jahres und im Februar 2017 waren bei Großeinsätzen an der Breite Straße, Martinstraße und am Nordwall sechs weitere Kokain-Dealer festgenommen worden. Auch wenn die Polizei nicht von einem generellen Rauschgiftproblem in der City sprechen will, bleibt auffällig: Immer wieder führt der Weg der Beamten bei der Jagd nach Drogendealern Richtung Innenstadt.

Neben Geld und teilweise auch anderen Rauschmitteln wurde bei den Dealern immer wieder die Droge Kokain gefunden. Oftmals verkaufsfertig abgepackt. So fanden die Beamten etwa 70 Verkaufseinheiten Kokain bei ihrer Razzia in der Gaststätte an der St.-Anton-Straße. 140 Gramm in der Wohnung eines 46-Jährigen an der Hubertusstraße und etwa 90 Tütchen im Dezember und 282 Gramm des Betäubungsmittels an Breite Straße, Nordwall und Martinstraße. Dass es Verbindungen zwischen den Dealern gibt, kann laut Polizei nicht ausgeschlossen werden, von einer konkreten Zusammenarbeit gehen die Beamten aber nicht aus.

Ins Visier der Beamten gerieten bei den Razzien auch die Besitzer von Immobilien in der Innenstadt, in deren Gebäuden sich die Drogengeschäfte abgespielt haben sollen. So sollen die zwei im Dezember festgenommenen Männer nicht nur oft in einem Café an der Breite Straße verkehrt haben, sondern von dort aus auch ihren Verkauf organisiert haben. Im Fall der beiden an der St.-Anton-Straße aufgegriffenen Dealer soll eine offiziell geschlossene Gaststätte als Drogenumschlagplatz gedient haben. Laut Polizei hat sich der Geschäftsinhaber, gegen den auch ermittelt wird, ins Ausland abgesetzt. „Er hat den beiden Männern die Schlüssel für seine Immobilie überlassen“, berichtet ein Polizeisprecher.

Informationen aus der Bevölkerung brachten die Polizei auf die Spur der Drogendealer von der St.-Anton-Straße. Mehrmals am Tag sollen Käufer an der ehemaligen Gaststätte ein- und ausgegangenen sein. Verkauft wurden Kleinstmengen (weniger als 0,5 Gramm) an Kokain. In den meisten Fällen handelte es sich bei den „Kunden“ um schwerst drogenabhängige Menschen.

Laut Polizei wurde Kokain in den vergangenen Monaten „auf der Straße bemerkbar“. Durch die jüngsten Festnahmen hofft man auf Seiten der Beamten einen Schlag gegen den Handel eben dieses Betäubungsmittels in Krefeld gelandet zu haben.

Ein Trend, der sich auch in Zahlen widerspiegeln lässt: Wurden von den Beamten 2014 gerade einmal sechs Verstöße aufgrund von Kokain oder Crack gegen das Betäubungsmittelgesetz verzeichnet, waren es im Halbjahr 2017 bereits 46. Bei den Sicherheitskräften führt man dies aber vor allem auf eine erhöhte Kontrolldichte durch das seit Anfang des Jahres eingeführte Präsenzkonzept Innenstadt zurück. „Weil wir hier verstärkt kontrollieren, stellen wir aktuell auch vermehrt Betäubungsmittelverstöße in der Innenstadt fest“, erklärt ein Polizeisprecher.

Die in dieser Woche festgenommenen Dealer von der Hubertus- und St.-Anton-Straße sitzen momentan in Untersuchungs- oder Abschiebehaft. Einer von ihnen soll sich illegal in Deutschland aufgehalten haben. Dem Mann droht jetzt die Abschiebung in sein Heimatland.