Irgendwann macht jeder ICE in Oppum Station

Irgendwann macht jeder ICE in Oppum Station

Eines der modernsten Kompetenzzentren der Instandhaltung hat sich an der Kronlandbrücke etabliert.

Krefeld. Kein Weg führt für die 270 deutschen ICE an der Kronlandbrücke vorbei. Nach rund eineinhalb Millionen Laufkilometern, beziehungsweise alle sechs bis maximal acht Jahre, sind sie fällig und müssen überholt werden. Nicht nur sie: Auch alle elektrischen Triebzüge des Nahverkehrs in Deutschland fahren in regelmäßigen Abständen in Oppum, einem der modernsten Kompetenzzentren der DB Instandhaltung, ein.

Das Werk Krefeld ist die "Fahrzeuginstandhaltung GmbH der Deutschen Bahn AG", so der offizielle Name. "Das Ausbesserungswerk", nennen es die Oppumer. Es ist 1892 aus der Betriebswerkstätte des Bahnhofs Krefeld hervor gegangen. Das Werk hat sich im Laufe der Zeit über die Instandhaltung von Lokomotiven, Reisezug- und Güterwagen, Geräte- und Weichenausbesserung zu einem Triebzug- und Reisezugwagenwerk entwickelt, das sogar auch noch Museumsfahrzeuge betreuen kann.

Aus der Werkgeschichte:

1892 Die "Werkstätten-Inspektion Oppum" nimmt mit 300 Mann die Instandhaltung von Güter- und Reisezugwagen auf. Erster Werkleiter ist der "Königliche Eisenbahner-Inspektor" Robert Dan.

1899 Aufnahme der Instandhaltung von Dampflokomotiven. Das Werk trägt nunmehr den Namen "Königliche Eisenbahn-Hauptreparaturwerkstatt Oppum".

1919 Im Zuge der Wiedereinstellung von Kriegsheimkehrern erreicht der Personalbestand mit 2800 Personen den Höchststand in der Geschichte des Werkes.

1924 Übernahme des Werkes durch die Deutsche Reichsbahn. Das Werk heißt jetzt "Ausbesserungswerk Krefeld-Oppum". Es schlägt die Geburtsstunde des "Gedinge - Systems" als leistungsbezogenes Lohnsystem.

1935 Ein Werkstätten-Arbeiter verdient in der Woche 25 Reichsmark netto.

Der Wiederaufbau ist im Wesentlichen abgeschlossen. Dem Werk Oppum droht jedoch als Folge des allgemeinen Rückgangs des Arbeitsaufkommens die Schließung. Werkleitung, Örtlicher Personalrat (ÖPR) und Stadt Krefeld bemühen sich intensiv um die Erhaltung der Arbeitsplätze. Die Rettung des Werkes kam jedoch durch den neuen 26,4-Meter-Reisezugstandardwagen, der hier ohne grundsätzliche bauliche Veränderungen behandelt werden konnte.

1955 Oppum wird zentrale Aufarbeitungsstelle für Stoßdämpfer von Reisezugwagen.

1980 Das Sonderprogramm "Modernisierung der Liegewagen" wird gestartet.

1992 Das Werk feiert sein 100-jähriges Bestehen.

1994 Mit Gründung der Deutschen Bahn AG wird das Ausbesserungswerk Krefeld-Oppum zum Werk Krefeld.

1998 wird die Segmentierung eingeführt. Mit der Aufteilung in zwei Fahrzeugsegmente, sowie den Segmenten Nebenwerkstatt und interner Service wird die Produktverantwortung gestärkt.

2000 Wichtige Baumaßnahmen werden durchgeführt, so die Einrichtung einer der modernsten Druckmess-Stände.

2001 Zum 1. Januar werden die großen Werke aus den Transportgesellschaften herausgelöst und zum Fachbereich TI Fahrzeuginstandhaltung unter dem Dach der DB Holding zusammengefasst. Ebenfalls zum 01.01. beginnt der Zwei-Schicht-Betrieb in den Werkhallen.

2003 Bau der ICE-Halle und Einweihung mit Bahn-Chef Hartmut Mehdorn und Oberbürgermeister Dieter Pützhofen.

2004 wird das Werk in DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH umbenannt.

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