Integration von Geflüchteten: Was in Krefeld alles möglich ist

Integration : Integration: Was in Krefeld alles möglich ist

Bildungskoordinatorinnen sollen seit 2017 Geflüchtete in den Arbeitsmarkt bringen.

„Es ist noch viel zu tun“, sagt Eva Ziegler. Damit meint die Bildungskoordinatorin aus dem Fachbereich Migration und Integration der Stadt die Aufgaben bis ins Jahr 2021. Zwei weitere Jahre ist das Projekt verlängert worden, das für Ziegler und ihre Kollegin Sabine Oymanns am 1. November 2017 begann.

Die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen, die im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung tätig sind, sollen helfen, Neuankömmlinge und Geflüchtete schneller in den Arbeitsmarkt einzubinden. Sie sollen aber auch zeigen, was möglich ist in Krefeld mit seinen zahlreichen Vereinen, Verbänden und Bildungseinrichtungen.

Dezernent Markus Schön: „Das deutsche Bildungssystem ist komplex. Es ist wichtig, dass wir Hilfe zur Verfügung stellen. Bildung ist der Schlüssel für Integration.“ Quasi zur Halbzeit des Projektes habe man einige Entwicklungen angeschoben. So habe vor allem eine Art Vernetzung der Integrations-Akteure stattgefunden in den ersten Jahren. „Wir haben uns in die Landschaft eingearbeitet. Nun geht es darum, Konzepte auf den Weg zu bringen“, sagt Ziegler. „Wir gehen nun die strategische Ausrichtung an, was in Krefeld perspektivisch gebraucht wird“, fügt Oymanns an. Und Markus Schön meint: „Vernetzung ist eine ganz wichtige Grundvoraussetzung. Es gibt viele Akteure, aber man weiß voneinander zu wenig.“

Die Rädchen müssten mehr ineinander greifen. Dabei sei es wichtig, in die Zielgruppen hineinzuhorchen. Die Integrationsbeauftragte Tagrid Yousef berichtet davon, dass sich seit 2017 etwa bulgarische und rumänische Vereine gegründet hätten. Eva Ziegler: „Wir müssen die Arbeit mehr aufeinander abstimmen. Es fehlt an Transparenz, was möglich ist im Bereich Bildung und Integration.“

Die Einbindung in den Arbeitsmarkt sei ein Schwerpunkt, sagt Yousef. Neuankömmlinge sollen sich schnell informieren können über die Bildungsangebote. Aber nicht nur sie. Auch Einheimische wüssten oft nicht, welch vielfältige Bildungsangebote es gibt. Sabine Oymanns, die sich speziell mit Erwachsenen auf diesem Gebiet beschäftigt, sagt: „Wir versuchen die Neuen möglichst in den Niedriglohnsektor zu bekommen und nicht in die prekäre Arbeit.“

Ein Problem sei schwierig: Hochqualifizierte Einwanderer oder Geflüchtete sollen mit ihren Abschlüssen anerkannt werden. Sie müssen sich in Deutschland erst nachqualifizieren. Ziel: Sie sollen von ihrer Arbeit leben können, nicht durchs Raster fallen. Das gelte auch für Geflüchtete, die nur geduldet sind. „NRW macht es richtig, anders als andere Bundesländer, die viel restriktiver mit diesem Status umgehen. Das führt zu viel Frust, wenn so mit den Geflüchteten umgegangen wird“, sagt Schön.