Inrather Straße: Noch ein Loch

Inrather Straße: Noch ein Loch

Jetzt ist auch die Ausweichstrecke der Hülser Straße unterspült. Anwohner haben Polizei alarmiert. Tiefbauamt stellt Absperrgitter auf.

Krefeld. Und wieder tut sich die Erde auf: Während an der Hülser Straße die Arbeiten in Sachen Kanalverlegung vorangehen, öffnet sich in rund 150 Metern Entfernung ein neues Loch. Am Sonntagabend entdecken Anwohner der Inrather Straße die Öffnung in der Fahrbahn.

Familie Teuwen, die im Haus Nr. 235 lebt, ruft die Polizei. Die Beamten erscheinen gegen halb sechs und veranlassen sofort die Sperrung des Fahrstreifens Richtung Norden. Mitarbeiter des Fachbereichs Tiefbau errichten auf einer Fläche von rund zehn Metern Länge Absperrgitter.

Silvia Teuwen: "Unglaublich. Das muss wohl mit den schweren Fahrzeugen zusammenhängen, die seit der Sperrung der Hülser Straße hier durchbrettern." Den Kindern könne man gar nicht genug einschärfen, dass sie sich im Moment noch vorsichtiger verhalten müssten.

Das neue Loch hat rund einen halben Meter Durchmesser und ist etwa einen Meter tief. Der Untergrund ist schlammig, eine grellgrüne Flüssigkeit schwimmt unten im Abgrund. Darüber, im Aufbau der Straßenschicht, sind Reste von Ziegelwerk erkennbar. Im gesperrten Bereich werden weitere Risse in der Fahrbahn erkennbar.

Wer nun neue Hiobsbotschaften über monatelange Sperrungen erwartet, den beruhigt Stadtsprecher Dirk Senger: "Das hat nichts mit der Hülser Straße zu tun. Es ist ein gewöhnlicher Kanalschaden. Dort ist rund ein Kubikmeter Straßenunterbau ausgespült worden."

SWK-Sprecherin Dorothee Winkmann versichert, dass sich die "Anzeichen verdichten, dass dort keine Schäden gefunden wurden". Die Stadtwerke kündigen an, den Schaden bis spätestens morgen zu beseitigen.

Keine detaillierten Informationen gibt es nach wie vor über die Untersuchungen auf Teilen der Philadelphia- und Marktstraße. Dort hatte die Firma, die vermutlich für Baufehler am Kanal der Hülser Straße verantwortlich ist, ebenfalls im Stollenvortrieb Kanäle verlegt.

Weitere Untersuchungen mit Probebohrungen und Boden-Radarkontrollen sollen demnächst auf der Friedrich- und Hochstraße erfolgen. Dorothee Winkmann: "Wir wollen dabei größtmögliche Rücksicht auf das Weihnachtsgeschäft nehmen."

Wie die WZ in den vergangenen Wochen ausführlich berichtet hat, waren auf der Hülser Straße vermutlich durch unsachgemäße Verfüllung der Kanalschächte auf einer Länge von 270 Metern Hohlräume unter der Fahrbahn entdeckt worden.