Lindental: In Lindental sind alle eine große Familie

Lindental : In Lindental sind alle eine große Familie

Am Samstag hat die Siedlergemeinschaft ihr Sommerfest gefeiert mit Spiel und Musik.

Krefeld. Wer am Samstagmittag die kleine Straße Am Freizeitanger befährt merkt schnell, hier feiert eine „große Familie“. Es sind die Bewohner der Siedlergemeinschaft Lindental. Um 15 Uhr steht schon der Mini-Schluff der Karnevalsgesellschaft Grün Weiss Grönland parat und nimmt die ersten Kinder auf.

Zahlreiche Kinder bevölkern die große Wiese hinter der St. Michaelskirche. Heute wird sie zum Kinderparadies. In einer stillen Ecke schminkt Viktoria Thomas die kleinen Mädchen. „Das habe ich mir selbst beigebracht“, sagt sie. Vorsichtshalber liegt eine Anleitung mit dem Titel „Ein Kunstwerk“ auf dem Tisch neben ihr.

Nebenan spielt man Schach, an Brettern und auf einem großen Rasenfeld. Die Pfadfinder haben einen kleinen Parcours aufgebaut und laden zum Hüpfen und Springen ein. Von mutigen kleinen Jungen sehr begehrt ist eine Installation der Falken. Sie haben eine 15 Meter lange und abschüssige Rollbahn aufgebaut. Auf ihr gleiten die Plastikkisten mit einem „Affenzahn“ dem Boden entgegen.

Inzwischen ist Oberbürgermeister Frank Meyer eingetroffen. Er startet, wie seit vielen Jahren, seine Rundfahrt zu den Wochenendfesten gern in Lindental. Natürlich gibt es ein Foto mit dem Stadtoberhaupt. Das schlechte Wetter hält sich erfreulicherweise bedeckt, so dass immer mehr Erwachsene auftauchen. Es lockt eine Kaffeetafel und auch der Bierpilz hat schon erste Besucher.

Etwa fünfzehn Helfer haben Alfred Thomas und Hans-Peter Glasmacher um sich geschart. Ersterer ist seit zehn Jahren der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft, Glasmacher sein Stellvertreter. Die beiden scheinen jeden Besucher zu kennen. Kein Wunder, wohnen sie doch mittendrin am Hüttensteig und auf der Straße En et Bennert. Während Glasmacher ein „Siedlerkind“ ist, geboren 1958 in der dritten Generation, zog der „Chef“, geboren 1968 am Dießem, erst 2008 in die Siedlung.

Inzwischen, eine paar kleine Regenschauer werden locker weggesteckt, hat das Nachmittagsprogramm begonnen. Die Coverband Welcome unterhält die Gäste, die schnell miteinander ins Gespräch kommen. Und während der Kuchenstand schon nur noch Reste anbieten kann, bereiten sich die Pfadfinder aufs Reibekuchenbacken vor.

Schon im vergangenen Jahr haben sie mit Erfolg den Job übernommen. Vorher war der Stand fast 30 Jahre lang die Domäne von Siggi und Helmut Huppertz. Sie konnten es nicht lassen, auch jetzt einen Blick auf das Geschehen zu werfen.

Am Abend, als der erleuchtete Kirchturm den Hintergrund bot, saß man in den Zelten und stand an den Stehtischen zusammen. Bei Gitarrenkängen und den Darbietungen der Nachwuchssängerin Julie hieß es immer öfter „Weißt Du noch?“. Nun können sich die Senioren der Siedlergemeinschaft auf das traditionelle Weihnachtstreffen freuen. Es findet in diesem Jahr am 15. Dezember in der Erlöserkirche statt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung