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In Krefelds Partnerstadt Leiden ist Dino-Dame "Trix" zu finden

Urlaub in den Partnerstädten : Zu Besuch bei der alten Dame Trix in der Stadt Leiden

Wir stellen im Rahmen einer WZ-Serie die sehenswerten Krefelder Partnerstädte vor. Diesmal geht die Reise ins holländische Leiden.

Kennen Sie Trix? Die alte Dame ist in ihrem Leben viel gereist – von ihrer Heimat Montana (USA) zunächst nach Holland, danach unter anderem nach Österreich, Spanien, China und Schottland. Anfang August ist sie nach Südholland zurückgekehrt, wo sie auf Dauer zuhause sein wird. Das über 67 Millionen Jahre alte Skelett eines weiblichen Dinosauriers ist nämlich der zähnefletschende Star des Museums „Naturalis“ in Krefelds Partnerstadt Leiden. Es zeugt vom speziellen Humor der Niederländer, dass sie den riesigen Tyrannosaurus Rex ausgerechnet nach ihrer früheren Königin Beatrix benannt haben. Doch Trix gilt auch als „Königin der Kreidezeit“.

Gut zu wissen: Anreise,
Wetter und mehr

Allgemeines: Leiden ist rund 800 Jahre alt und liegt in der Nähe der bekannten Badeorte Katwijk und Nordwijk sowie 25 Kilometer von Den Haag entfernt. Die malerische Stadt mit vielen Renaissance-Gebäuden (darunter Stadhuis und Raadhuis) hat etwa 125 000 Einwohner, davon mehr als 15 000 Studenten. Denn in Leiden befindet sich die älteste Universität der Niederlande. Sie wurde 1575 auf Initiative von Wilhelm von Oranien gegründet, der den Bewohnern damit für ihren heldenhaften Widerstand im 80-jährigen Krieg gegen die spanischen Besatzer danken wollte.

Partnerschaft: Die Städtepartnerschaft zu Krefeld ist deutlich jüngeren Datums: Am 3. Oktober 1974, also vor fast genau 45 Jahren, ist sie besiegelt worden. Seitdem hat Krefeld zwei Partnerstädte in den Niederlanden, denn schon 1964 wurde die Freundschaft mit Venlo geschlossen. Während die Kontakte ins nahe Venlo auch nach wie vor sehr intensiv sind, waren sie zuletzt nach Leiden ein wenig eingeschlafen. Schade. Denn die Geburtsstadt von Rembrandt mit ihren vielen alten Gebäuden, Brücken, Windmühlen und Grachten ist eine Entdeckungsreise wert.

Entfernung: Leiden ist von Krefeld aus ohne große Anstrengungen zu erreichen: Luftlinie beträgt die Entfernung 170 Kilometer, mit dem Auto liegt die Strecke bei 228 Kilometer – das ist in zweieinhalb Stunden machbar. Wer umweltfreundlich unterwegs sein will, kann die Bahn nehmen: Mit ICE und IC über Duisburg und Utrecht dauert das nur wenig länger und kostet hin und zurück ab 54 Euro.

Wetter: Keine Überraschung: Die höchsten Durchschnittstemperaturen werden im Juli (21,3 Grad) und August (21,5) gemessen. Die meisten Sonnenstunden gibt es im Mai (7,4) und Juli (7,3). Vor allem im Herbst sollte man bei einer Reise nach Leiden den Schirm nicht vergessen, denn im Oktober regnet es durchschnittlich an 21 Tagen, im November sogar an 22. Die Niederschlagsmenge beträgt dann 90,4 Millimeter - im trockensten Monat April, in dem es an 17 Tagen regnet, sind es auch noch knapp 43 Millimeter.

Information: Das Fremdenverkehrsamt der Stadt liegt am Stationsweg 26 und ist telefonisch unter +31 (0)71 516 60 00 erreichbar. Die E-Mail Adresse lautet: info@vvvleiden.nl Viele Informationen in deutscher Sprache finden sich auf der Homepage:

visitleiden.nl/de

Noch mehr Informationen über Leiden gibt es unter:

holland.com/de/tourist/reiseziele/weitere-stadte/leiden.htm

Best of: Die zehn wichtigsten
Sehenswürdigkeiten

1. Grachten und Brücken: Leiden ist nach Amsterdam die Stadt mit den meisten Grachten und (Zug-)Brücken. Nicht weniger als 28 Kilometer Wasserwege und 88 Brücken sollen es sein. Die äußerste Gracht wurde im 17. Jahrhundert gegraben, um die reiche Handelsstadt zu schützen. Sehenswert sind auf den Brücken die alten Stadttore. Ein Muss ist ein Spaziergang entlang der schönsten Gracht der Stadt, der Rapenburg.

2. Universität: Die älteste Universität der Niederlande liegt ebenfalls an der Rapenburg. Ihr Hauptgebäude war ursprünglich eine Klosterkirche. Durch die vielen Studenten in der Stadt wirkt die alte Stadt besonders jung und quirlig und verfügt über ein großes Angebot an Cafés und urigen Kneipen – einige davon direkt auf dem Wasser auf Pontons errichtet.

3. Burcht: Auf einem im 12. Jahrhundert aufgeworfenen Hügel steht die Burg (Burcht) aus dem 17. Jahrhundert. Von hier aus hat man einen schönen Blick.

4. Pieterskerk: Die St. Petrikirche entstand zwischen 1121 und dem 16. Jahrhundert. In ihr befinden sich viele Grabmale berühmter Niederländer. Der Heilige Petrus ist der Schutzpatron von Leiden, die (Himmels-)Schlüssel finden sich deshalb im Stadtwappen.

5. Hooglandse Kerk: Die Kirche auf dem „hohen Land“ geht auf das Jahr 1314 zurück, als dort eine erste Kapelle geweiht wurde. 1377 begann der Bau zur eigentlichen Kirche. Diese ging aber 1572 in protestantische Hände über und wurde deshalb nie ganz fertiggestellt.

6. Museen: In Leiden gibt es nicht weniger als 13 Museen. Im „Naturalis“ ist gerade die Saurierdame „Trix“ wieder zusammengesetzt worden. Das Skelett war zuvor im Rahmen einer Tournee („T. Rex in town“) in verschiedenen internationalen Naturkundemuseen zu sehen. Mit Geschichte beschäftigt sich das Rijksmuseum van Oudheden (Nationalmuseum der Altertümer). Hier finden sich Sammlungen aus Ägypten und  der Antike (Griechen, Römer). Im Stadtmusem (Musem de Lakenhal) sind Werke von Rembrandt van Rijn zu sehen. Er kam 1606 als fünfter Sohn eines Müllers in Leiden zur Welt.

7. Hortus Botanicus: Im ältesten botanischen Garten der Niederlande blühten 1594 die ersten Tulpen auf holländischem Boden.

8. Academiegebouw: Das älteste Gebäude von Leiden ist für seine ‚zweetkamertje‘ (Schweißkammer) bekannt: Studenten bekommen dort ihre Examenszeugnis und schreiben dann ihre Namen an die Wand. Es finden sich auch Unterschriften von Mitgliedern der Königsfamilie.

9. Hofjes: In der ganzen Stadt gibt es die Hofjes. Diese kleinen Häuser um einen Hof herum sind zwischen 1600 und 1900 gestiftet worden. Gedacht waren sie als private Witwen- oder Armenfürsorge – heute wohnen darin gerne Studenten.

10. Markt: Wer samstags nach Leiden kommt, muss unbedingt den Markt besuchen. Käse, Brot, Hering, Waffeln – dies alles und viel mehr findet sich direkt im Zentrum. Die Buden sind im Bereich Nieuwe Rijn, Vismarkt, Botermarkt aufgebaut. Die größte Einkaufsstraße ist die Haarlemmerstraat, Second-Hand-Läden finden sich im Pieterskwartier. Tipp: Einen schönen Blick über die Stadt hat man vom Dach der Kaufhaus-Kette Hudson’s Bay am Aalmarkt.

Hier kann man wohnen

Über die bekannten Internet-Portale sind knapp 50 Übernachtungsmöglichkeiten in Leiden zu finden. Das Angebot reicht von elf Vier-Sterne-Häusern über schicke Design-Appartements bis zur preiswerten Bed-&-Breakfast-Pension. Gute Bewertungen bekommen etwa das Van der Valk Leiden, das Hotel Golden Tulip und das Ibis Leiden Center.

Fettnäpfchen vermeiden

Ruhe im Oktober Sie reisen Anfang Oktober an, um in Ruhe Leiden zu genießen? Großer Fehler: Am 2. und 3. Oktober gibt es in der Stadt ein Festival, um „Leidens Ontzet“ (die Befreiung von Leiden) zu feiern. Kirmes, Parade, Feuerwerk, Partys und Musik locken hunderttausende Besucher an. Übrigens: Nach der Legende soll nach der Vertreibung im Lager der Spanier eine Pfanne mit Möhreneintopf (Hutspot) gefunden worden sein. Die ausgehungerte Stadtbevölkerung konnte sich damit endlich wieder satt essen – weshalb Hutspot bis heute am 3. Oktober in allen Restaurants serviert wird. Wohl bekommt’s.

Über Graffiti aufregen Viele Hauswände in der Innenstadt sind beschrieben. Doch wer genau hinsieht, stellt fest, dass es sich nicht um Vandalismus handel: Diese „Mauergedichte“ sind eine Besonderheit Leidens. 101 Texte von bekannten und unbekannten Dichtern aus aller Welt sind als Ergebnis eines Projekts von 1992 zu finden.

Radfahrer ignorieren Wer durch die Stadt bummelt, sollte immer damit rechnen, dass ein Radfahrer um die Ecke kommt. Denn die sind (wie fast überall in den Niederlanden) in Massen unterwegs. Sogar ein eigens Fahrrad-Parkhaus ist im Zentrum vorhanden (neben dem Kaufhaus Hudson’s Bay).