Bezirksvertretung für Bockum, Gartenstadt, Elfrath, Verberg und Traar Radverkehr und Schulen im Blick

Ost · Ein Jahr lang ist Katharina Nowak jetzt Bezirksvorsteherin von Ost. „Mir macht das richtig viel Spaß, so nah dran an den Menschen und für sie Sprachrohr in der Gesamtfraktion zu sein, mit Blick auf ganz Krefeld“, erzählt die 38-jährige SPD-Politikerin.

 Neben der Uerdinger Straße müsse auch die Friedrich-Ebert-Straße verkehrstechnisch angepackt werden, sagt Bezirksvorsteherin Katharina Nowak. Vor allem dann, wenn der Radverkehr Priorität bekommen soll.  

Neben der Uerdinger Straße müsse auch die Friedrich-Ebert-Straße verkehrstechnisch angepackt werden, sagt Bezirksvorsteherin Katharina Nowak. Vor allem dann, wenn der Radverkehr Priorität bekommen soll.  

Foto: Dirk Jochmann

Zu Beginn des neuen Jahres zieht sie eine erste und gleichzeitig schon abschließende Bilanz. Denn wie zu Beginn der Legislaturperiode vereinbart, werden in der zweiten Hälfte die Grünen den Vorsitz des Stadtparlaments übernehmen. Vermutlich in der März-Sitzung. Da sie ihr Amt in Ost von ihrem Ratskollegen Wolfgang Merkel im Dezember 2021 übernommen hatte, ist ihre Zeit an der Spitze deutlich kürzer ausgefallen.

Das Radverkehrskonzept umzusetzen hat Priorität

„Der Ostbezirk hat ja eine sehr hohe Lebensqualität“, betont Nowak. Bockum, Gartenstadt, Elfrath, Verberg und Traar zählen dazu. Es gebe viel Grün, viele Schulen, ein großes Hallenbad mit Freibad in Bockum und eine gute Verkehrsanbindung an die Innenstadt; zumindest von Bockum aus. Vor allem für Verberg und Traar hingegen müsse der Öffentliche Personennahverkehr wie auch der Radverkehr gestärkt und weiter ausgebaut werden. „Wenn man bislang nur einmal in der Stunde von dort mit dem Bus wegkommt, ist das zu wenig.“

Wobei Katharina Nowak schon direkt bei einem der wichtigsten Themen in der Bezirksvertretung Ost ist: das neue Radverkehrskonzept für Krefeld. Die Verwaltung hat alle Bezirksvertretungen aufgerufen, ihre Prioritäten für die Stadtteile zu benennen. Deshalb waren in der letzten Sitzung vor Weihnachten gleich drei Vorschläge – übergreifend von den Parteien – für Kreisverkehre in Traar eingebracht worden.

Abschnitt der Uerdinger Straße soll umgestaltet werden

Im Hinblick auf Ost sieht sie dringenden Handlungsbedarf außerdem auf der Uerdinger Straße und auf der Friedrich-Ebert-Straße. „Gerade im Hinblick auf sichere Radwege, denn die sind gleichzeitig auch Schulwege“, so Nowak. Der Abschnitt der Uerdinger Straße zwischen Bockumer Kirche und Lange Straße werde demnächst in Angriff genommen. Der Radweg soll auf die Straße verlegt werden, einige Parkplätze dafür entfallen und der gesamte Straßenraum einschließlich des Schienenbereichs wird umgestaltet.

Auf der Friedrich-Ebert-Straße wird eine Verbesserung für den Radverkehr schwerer zu erzielen sein. Die alte Allee, auf deren Bürgersteigen streckenweise Autos parken sowie das hohe zweispurige Verkehrsaufkommen lassen eine durchgehende Verbreiterung der Radwege nicht zu. Die Standards für den heutigen Straßenbau haben sich in den vergangenen Jahrzehnten geändert. Das macht es – siehe vergleichsweise Philadelphiastraße – kniffliger, wenn der Straßenraum neu überplant wird.

„Ich glaube an eine mutige Entscheidung“, sagt Nowak. Das könnte das Fällen von Bäumen bedeuten ebenso wie den Schwerpunkt auf den Radverkehr zu legen. „Es ist nicht mein Anliegen, für mehr Straßenraum Bäume zu fällen“, erläutert die noch amtierende Bezirksvorsteherin. Doch angesichts der fortschreitenden Klimaveränderungen und damit einher gehenden erschwerten Lebensbedingungen für Stadtbäume, ist das Fällen alter Bäume in Krefeld kein Tabu. Planungen für die Friedrich-Ebert-Straße gäbe es aber noch nicht. Am Ende müsse man dann gucken, wie gut man sich einigt.

Die fraktionsübergreifende Zusammenarbeit in Ost sei gut. Das sei auch erkennbar gewesen bei der jährlichen Verteilung „bezirksbezogener finanzieller Mittel“. Im letzten Jahr habe man gemeinsam den Schwerpunkt auf die Kinder- und Jugendarbeit gelegt. Wenn das auch nur geringe Mittel mit jeweils 500 Euro sind, könnten Empfänger wie etwa Fördervereine damit gute Projekte anstoßen. 

Projekte im Bezirk gehen voran – wenn auch langsam

Dass manch größere Bau-Projekte einfach länger dauern, sei der allgemeinen Situation in der Vergangenheit geschuldet, mit Corona, Lieferengpässen, Krankheitsausfällen. Dennoch sei die Sollbrüggenschule erweitert worden, die moderne Rettungswache in Traar wächst in die Höhe. Ein vor allem in der Nacht für Partys genutzter Parkplatz am Elfrather See konnte zur Freude der Anwohner geschlossen werden. „Und auch für den Kunstrasenplatz in Traar bin ich zuversichtlich, dass wir jetzt auf einem guten Weg sind“, sagt Nowak. All das werde möglich durch viele Gespräche im Hintergrund.

Nicht mehr als Bezirksvorsteherin, dafür dann ab Frühjahr wieder als normale Bezirksvertreterin werde sie hoffentlich die Umsetzung des Masterplans E-See, den Bau des Nahversorgers in Traar sowie den Baubeginn einer Wohnsiedlung an der Emil-Schäfer-Straße miterleben. Ebenso wie die Rettung der Niepkuhlen. Mit dem E-See wichtige Naherholungsgebiete in Ost. 

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