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In Krefeld gibt es nun mehr als 220 Elektroautos

Umwelt : In Krefeld gibt es nun mehr als 220 Elektroautos

Die Zahl der Fahrzeuge mit Batterieantrieb steigt – noch auf niedrigem Niveau, aber so, dass im Rathaus gleich mehrere Konzepte für E-Autos diskutiert werden.

Die Besitzer von Elektroautos könnten in Krefeld bald einen schönen Vorteil besitzen. Neben dem aufrichtigen Interesse ihrer Mitmenschen wäre dies die Möglichkeit, in der Stadt zu parken, ohne am Automaten ein Ticket zu ziehen oder zu bezahlen. Die Verwaltung hat dazu verschiedene Szenarien vorgestellt, nachdem die CDU-Fraktion und Ratsherr Andreas Drabben (UWG) entsprechende Anträge gestellt hatten. Beschlüsse gibt es noch nicht, sie werden je nach Drängen der Fraktionen entweder einzeln oder später als Teil des Parkraum- beziehungsweise Mobilitätskonzepts gefasst.

Der Antrag der CDU und die Szenarien alleine bedeuten eine Wende. Drabben hatte denselben Antrag schon Ende 2015 gestellt, damals aber keine Mehrheit gefunden. Und die Verwaltung hatte 2016 erklärt, sie wolle erst abwarten, wie sich das „Aufkommen von Elektrofahrzeugen“ entwickelt. Mittlerweile sind es in Krefeld 224 (Stand: April), „Tendenz steigend“, wie die Verwaltung mitteilt. Deshalb werden neben Frei parken für Autos mit E-Kennzeichen weitere Ideen im Rathaus diskutiert.

Ganz schmerzfrei scheint die Verwaltung nicht gewesen zu sein, als sie die Szenarien entwickelte. In einer Stellungnahme betont sie mehrfach, dass der Stadt Einnahmen entgehen. Sie rät zudem davon ab, Elektroautos grundsätzlich und flächendeckend von Parkgebühren zu befreien. So solle verhindert werden, dass die Wagen an bestimmten Stellen für lange Zeit abgestellt werden. Deshalb schlägt die Verwaltung als eine Variante vor, dass an den Parkscheinautomaten Aufkleber für die Zusatzrechte angebracht werden und die Besitzer der E-Autos eine Parkscheibe auslegen und sich an eine Höchstparkdauer halten müssen.

In einem weiteren Szenario geht es um Parkhäuser und Tiefgaragen. Auch da ringt die Verwaltung mit der Idee. Dass dort E-Kennzeichen erkannt werden und die Schranken dann automatisch hochgehen, sei „zurzeit nicht möglich“. Deshalb müsste man den E-Autofahrern Parkkarten geben, das bringe aber die Gefahr des Missbrauchs mit sich. Technisch leichter sei es dagegen, die Besitzer von den Gebühren zu befreien, wenn das Bezahlen von Parkgebühren mit dem Handy in Krefeld möglich wird.

Wie erwähnt gibt es weiteren Ideen, wie Elektromobilität in Krefeld gefördert werden kann. Die Vorschläge im Überblick:

Ansprechpartner für alternative Antriebstechniken im Rathaus schaffen: Die SPD-Fraktion hat in einem Antrag das Thema noch weiter gefasst. Sie will das Wissen über alternative Antriebstechniken vergrößern. Dazu zählen Elektro- und Hybridantriebe ebenso wie die Kraftstoffe Biodiesel, Flüssiggas, Erdgas, Ethanol und Wasserstoff. Deshalb möchten die Sozialdemokraten Marc Gennat von der Hochschule Niederrhein in den Fachausschuss einladen, der ein Forschungsprojekt zu Elektromobilität vorstellen soll. Und es soll im Rathaus einen „hauptverantwortlichen Ansprechpartner“ für alternative Antriebstechniken geben. Der Mobilitätsausschuss hat die Verwaltung beauftragt, eine Vorlage zu erarbeiten, in der die beiden Punkte berücksichtigt werden.

Mehr Ladesäulen bauen: Die CDU-Fraktion hat beantragt, dass die Stadt ein Konzept für Elektromobilität entwickelt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Lade-Infrastruktur. Die Christdemokraten erklärten, es müsse geschaut werden, wie sich mehr Ladesäulen auf das Netz in Krefeld auswirken und ob es Möglichkeiten gibt, Ladestationen an Straßenlaternen zu schaffen. Grundsätzlich sollten Schnell-Ladestationen Vorrang vor normalen Ladestationen erhalten. Der CDU-Antrag wurde zur Kenntnis genommen, er soll ebenfalls bei der Arbeit am Mobilitätskonzept berücksichtigt werden.