In der Familie Wendel/Zimmermann dreht sich alles um das Kart-Fahren

Kart-Fahren : Sie teilen die Liebe für das Kart

In der Linner Familie Wendel/Zimmermann dreht sich alles um den Motorsport.

Der Wohnwagen steht schon vor der Haustür in Linn. Am Donnerstag geht es damit nach Kerpen. Vier Tage Rennsport. Dafür lebt Luca, das ist seine große Leidenschaft geworden.

Vor einem Jahr, als sein Vater ihm ein Kart mitbrachte, da hat sich die Welt des Elfjährigen schnell verändert. Luca bringt das größte Talent mit in der Familie mit drei Kindern. Er hat schon eine eigene Facebook-Seite. Mit seinem kleinen Gefährt bringt er es mit seinen 10,5 PS auf den Rennstrecken bis auf 90 km/h. Auch seine Geschwister, Kevin (13) und Anna (12) haben jeweils ein eigenes Kart. Die Familie liebt den Rennsport, der andernorts schon aus dem Bewusstsein vieler Heranwachsender verschwunden ist, vielleicht ausgenommen von ein paar Konsolenspielen. „Wir sind Motorsport-mäßig alle ein bisschen bekloppt“, sagt der Vater Andreas Zimmermann.

„Sponsoren? Die Akzeptanz für den Motorsport ist nicht da“

Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Alexandra Wendel betreiben sie den Familien-Rennstall Wendel Racing Team. Andreas Zimmermann schraubt, bastelt, kauft gebrauchte Ersatzteile für die Karts. Bezahlt wird alles aus der eigenen Tasche. Ein Sponsor? „Pah“, sagt er. Die Suche nach Geldgebern war noch nicht von Erfolg gekrönt: „Früher waren die Leute eher bereit, etwas zu sponsern. Heute ist sich doch jeder selbst der Nächste. Die Akzeptanz für den Motorsport ist nicht da.“ Das macht es so schwer für die Fünf, ihrer Leidenschaft nachzugehen, die noch relativ jung ist. Erst vor knapp einem Jahr ist das Fieber für den Motorsport ausgebrochen.

Die Kinder waren sofort angetan vom Kartfahren. „Die Geschwindigkeit“, sagen Kevin und Anna, wenn sie auf die Gründe für ihre Begeisterung angesprochen werden. „Es macht einfach Spaß, selbst zu fahren“, fügt Luca an. Anna ist nebenbei noch eine gute Fußballerin beim Linner SV, doch das Kartfahren ist viel interessanter. Ihr Vorbild ist Formel 1-Weltmeister Lewis Hamilton. Luca sticht bei den drei Kindern heraus. „Er brennt, wenn er weiß, dass er am Wochenende fährt“, sagt Zimmermann. Sein Vorbild ist Rekordweltmeister Michael Schumacher.

Die Besten dürfen
zum Weltfinale nach Italien

Der Vater arbeitet bei seiner Lebensgefährtin in der Firma. Sie verkaufen Möbel und Wohn-Accessoires. Zimmermann sieht in der Freizeitbeschäftigung auch einen Vorteil für seine Kinder: „Sie werden durch den Kartsport selbstbewusster und selbstständiger. Der ganze Umgang. Wie eine große Familie. Man macht sich nicht gegenseitig kaputt.“

Mehrere tausend Euro kosten allein die Karts. Die Instandhaltung und Reparatur kommen noch obendrauf. Wie lange kann das gut gehen? Wie lange wollen die Eltern den Kindern diesen Spaß bieten? „Das ist die große Frage. Wir stecken da alles rein“, sagt Andreas Zimmermann. Die Familie hofft auf Geldgeber, die aufspringen auf den Zug.

Auf einem Flyer grüßt Luca im Rennanzug und mit seinem Helm in der Hand. Im Frühjahr geht es für ihn zum Rotax Max Challenge und Rok Cup quer durch Deutschland. Die Besten dürfen zum Weltfinale nach Italien. Sein Ziel: „Da will ich gewinnen“, ruft Luca. Eine Fahrt nach Italien? Der Wohnwagen steht schon bereit.

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