IHK: Damit Arbeitnehmer besser pendeln können

Verkehr : Damit Arbeitnehmer besser pendeln können

Die IHK spricht sich für den Ausbau von Straßen und die Verlängerung der Straßenbahn nach Willich aus.

49 287 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte pendeln jeden Tag nach Krefeld ein und aus. Vor allem aus Duisburg (5935), Tönisvorst (3357) und Düsseldorf (2947) pendeln die Menschen nach Krefeld ein. Im Gegenzug verlassen 38 513 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Krefelder täglich ihre Stadt, um zu ihrem Arbeitsplatz in einer anderen Stadt zu gelangen. Die Krefelder wiederum fahren vor allem nach Düsseldorf (8362), Duisburg (3127) und Willich (2235). Das sind einige Zahlen der neuen IHK-Studie „Wo(hin) die Arbeit ruft“.

Dafür hat die Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein Pendlerzahlen von IT-NRW und der Agentur für Arbeit ausgewertet und  die Ergebnisse zusammengestellt. „Mehr als 120 000 Einpendler, etwa 150 000 Auspendler und rund 75 000 Binnenpendler nutzen am Mittleren Niederrhein an jedem Arbeitstag jeweils zweimal die Verkehrssysteme auf ihrem Weg zur Arbeit und zurück“, berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. „Diese Zahlen zeigen, welchen Belastungen die Verkehrsinfrastruktur ausgesetzt ist.“ Erreichbarkeit sei nicht nur ein elementarer Standortfaktor für die Unternehmen, sondern auch ein wichtiges Kriterium für alle Beschäftigten bei der Auswahl von Wohn- und Arbeitsort, betont Steinmetz.

Mehr Investitionen für Ausbau und Anbindungen sind nötig

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels und mit Blick auf die Ergebnisse der Pendler-Studie fordert der IHK-Hauptgeschäftsführer mehr Investitionen in die Infrastruktur. Für den Raum Krefeld empfiehlt die IHK den Bau der Westtangente (B 9n), die Südanbindung des Krefelder Hafens an die A 57 sowie die Verbesserung der Nordanbindung des Hafens und den vierspurigen Ausbau der Uerdinger Rheinbrücke.

Ebenso wichtig ist für die IHK eine Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Konkret schlägt die IHK vor, die Straßenbahnlinie 041 bis Willich zu verlängern, eine S-Bahn zwischen Krefeld und Düsseldorf einzurichten sowie die ÖPNV-Taktungen in Krefeld an die Taktungen des künftigen Rhein-Ruhr-Expresses mit seinen Haltepunkten in Köln, Düsseldorf und Duisburg anzupassen.

Zudem müsse der Stadtverkehr auf die Herausforderungen des motorisierten Verkehrs der Zukunft vorbereitet werden. Dazu gehören für die IHK die Nutzung intelligenter, digitaler Systeme, um den Verkehrsfluss flexibler und reibungsloser zu organisieren, sowie die Förderung alternativer Antriebe durch die Einrichtung von Ladestellen für E-Fahrzeuge.

„Unsere Region konkurriert mit benachbarten Ballungsräumen, gleichzeitig sind die Arbeits- und Wohnverhältnisse an der Rheinschiene eng verflochten“, erläutert Steinmetz. „Wird der Aufwand, seinen Arbeitsplatz zu erreichen, zu groß, zieht der Arbeitnehmer eventuell um und verlässt unsere Region.“ Damit gingen Fachkräfte und Kaufkraft verloren. Das gefährde nicht nur die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen, sondern auch den Bestand der betroffenen Kommunen in Gänze.

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