Hypnotherapie: „Man kennt die Lösung, sie ist nur nicht bewusst“

Hypnotherapie: „Man kennt die Lösung, sie ist nur nicht bewusst“

Das Institut Intakkt hilft, mit Hypnotherapie und Trance Krisen zu bewältigen.

Krefeld. Kennen Sie das? Die Haustüre abschließen, und hinterher nicht mehr wissen, ob sie tatsächlich verschlossen wurde. "Das ist bereits ein Trancezustand", weiß Jürgen Schramm, Diplom-Psychologe und Mitgründer von Intakkt. Seine Tochter und Diplom-Psychologin Stefanie Schramm und ungefähr zehn Mitarbeiter machen sich Trance und Hypnotherapie zu Nutze: für psychologische Fortbildungen, Beratung und Coaching. Gestern, zum fünfjährigen Bestehen, öffnete das Institut seine Pforten für einen Tag der offenen Tür.

In einem Regal stehen Bücher wie "Schwangerschaft, Geburt und Hypnose" und "Psychologie der Paarbeziehung". Klang-Möbel zieren eine Ecke; Schaukel-stühle mit Gitarrensaiten und Sitzhocker mit klingenden Perlen. Besucherin Ulrike Göttlich schaut sich um. Die Sonderschullehrerin kennt Intakkt vom Seminar "Therapeutisches Zaubern": "Das habe ich dann mit meinen Schülern gemacht." Das Resultat: Mehr Selbstbewusstsein. Wenn sie mehr Zeit hätte, würde sie am liebsten alle Fortbildungen des Katalogs machen, sagt sie.

Damit hätte sie viel zu tun: Da gibt es Hypnotherapie für Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Gewichtsreduktion, Raucherentwöhnung, Geburtsvorbereitung, Behandlung von Flugangst. Da gibt es aber auch Coaching mit Großfirmen, beispielsweise Krisenmanagement und Stressbewältigung bei Banküberfällen, Flugzeugabstürzen und Amok-Läufen an Schulen. Individualität ist das Zauberwort, jede Sitzung ist anders.

"Es gibt Menschen, die kommen rein und sagen: ’Hypnotisieren Sie mich doch mal!’", lächelt Schramm. "So funktioniert das natürlich nicht." Die Beteiligung des Klienten stehe im Vordergrund. Normalerweise sei man im Alltag sehr reflektiert - in der Trance werde mit dem Unbewussten gearbeitet. "Nach dem Motto: Der Mensch kennt alle Lösungen." Sie seien nur versteckt. Durch Entspannungstechniken, suggestive Bilder und Gespräche werden Stimmungen erzeugt, die einen Heilungsprozess einleiten können. Schramm: "Jemand, der abnehmen möchte, stellt sich beispielsweise mit allen Sinnen vor, wie es wäre, dünn zu sein: Radeln, den Wind auf der Haut spüren, die Leichtigkeit."

Mehr von Westdeutsche Zeitung