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Hülser Freibad mit Bio-Reinigung denkbar

Schwimmen : Hülser Freibad mit Bio-Reinigung denkbar

Bis zum Jahresende soll in Hüls zur Zukunft des Freibades ein Ergebnis auf dem Tisch liegen. Im Gespräch ist nun offenbar auch eine Variante, die ein „Freibad plus“ neben der klassischen Ausführung ermöglichen soll.

Wie wird das Hülser Freibad in Zukunft aussehen? Dazu will die Stadt eine Machbarkeitsstudie auf den Weg bringen. Bis zum Jahresende soll ein Ergebnis auf dem Tisch liegen. Im Gespräch ist nun offenbar auch eine Variante, die ein „Freibad plus“ neben der klassischen Ausführung ermöglichen soll. Die Variante soll als Besonderheit eine biologische Wasseraufbereitung beinhalten. Es geht dabei um eine Art Selbstreinigungskraft der Gewässer, weniger Prozesse mit Chlor oder Chemie sollen eine Rolle spielen. Darin würde sich ein herkömmliches Schwimmbecken von einem reinen Naturbad unterscheiden, sagte Rachid Jaghou vom Zentralen Gebäudemanagement der Stadt. Es ist ein Zugeständnis an die Bürgerschaft.

Stadtdirektor Markus Schön stellte der Bezirksvertretung Hüls Pläne vor, was das neue Bad als Merkmale erhalten soll. Diese Ideen waren nach Rücksprache mit den Nutzern entstanden. Ein 25-Meter-Becken soll vier Bahnen besitzen. Neben einem Freizeitbereich soll es einen Lehrschwimmbereich geben. Spaß, Entspannung und Familienleben sollen den Charakter der Anlage ausmachen. Als Anforderungen wird außerdem eine durchgängige Betriebsqualität genannt, was in erster Linie das Wasser und die Hygiene betrifft.

Stadtdirektor Markus Schön lobt bürgerschaftliches Engagement

Der Hintergrund: Seit Frühjahr 2019 ist das Bad geschlossen, weil Schwebstoffe das Wasser eingetrübt hatten. Die Sichttiefe fiel unter 1,20 Meter. Auch eine in 2018 eingelegte Kiesschicht konnte das schon länger bekannte Problem nicht beheben. Am Untergrund hielt sich der Schmutz. Schon vor zwei Jahren musste das Naturbad daher schon mehrmals geschlossen werden. Das Becken und die Freiflächen des bestehenden Bades sollen im neuen Entwurf weitgehend erhalten werden. Es soll für behinderte Menschen leicht zugänglich sein und auch für Schulen, Vereine und Schwimmkurse offen stehen. Über die Sommermonate könne das Bad zudem als Ausweichstandort für die Lehrschwimmbecken dienen. Im Herbst und Winter dürfte dies aber wegen der fehlenden Überdachung und klimatischen Bedingungen schwierig werden. Für den Umbau der etwa 12 000 Quadratmeter Nutzfläche würden maximal 7,3 Millionen Euro aufgewendet, so Schön.

Der Stadtdirektor lobte das bürgerschaftliche Engagement, explizit nannte er die Bewegung „Rettet das Hülser Meer“, durch die in den vergangenen Monaten und Jahren „viel Zug hereingekommen“ wäre. Auch die Bürgerinitiative „Lebenswertes Hüls“ hatte im Frühjahr den Vorschlag eines Betriebs mit biologischer Wasseraufbereitung vorgeschlagen. Diese Idee hat sich nun in der Variante „Freibad plus“ niedergeschlagen.

In den sozialen Netzwerken hatte sich in den vielen Wochen eine teils hitzige Diskussion über das zukünftige Aussehen des Schwimmbades am Hölschen Dyk entwickelt. Nicht immer ging es dabei um die Sache, persönliche Diffamierungen machten die Runde, wenn Alternativpläne im Raum standen. Bezirksvorsteher Hans Butzen (SPD) geißelte manche Kommentare als „üble Nachrede.“ Er forderte die politischen Mitstreiter auf, in dieser Sache an einem Strang zu ziehen: „Die Hülser Politik muss zusammenstehen, um das Vorhaben zu realisieren.“ Günter Föller (Grüne) machte deutlich, um was es seiner Ansicht nach den Bürgern gehe: „Die Mehrheit der Hülser wünscht sich ein Naturbad mit Erholung.“ Klar ist: Die Hülser wollen so schnell wie möglich wieder schwimmen.