Honorarbetrug: Masseur zu Bewährungsstrafe verurteilt

Honorarbetrug: Masseur zu Bewährungsstrafe verurteilt

Ein ehemaliger Krefelder Masseur hat laut Staatsanwaltschaft 100000 Euro erschwindelt.

Krefeld. Ein ehemals in Krefeld selbständiger Masseur ist zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte den heute 45-jährigen Mann aus Niederkrüchten (Kreis Viersen) beschuldigt, in der Zeit von Januar 2004 bis März 2006 in 27 Fällen zu Unrecht Honorare kassiert zu haben.

Er hatte eng mit einem niedergelassenen Orthopäden zusammen gearbeitet und, wenn dieser sich in Urlaub befand, auf Blankorezepten des Orthopäden Verordnungen erteilt und auch schon einmal Rezepte ergänzt.

Auf diesen Rezepten wurden auch die Patienten-Unterschriften gefälscht und dann über Abrechnungsfirmen bei Krankenkassen eingereicht. Insgesamt ging die Anklageschrift von erschwindelten Honoraren in Höhe von fast 100000 Euro aus Es handelte sich um monatliche Summen von 500 bis 10000 Euro.

Und weil die Einnahmemöglichkeiten durch Einsparungen im Gesundheitssystem zurückgingen, hatte der nicht Vorbestrafte diese "Geschäftsidee" immer weiter ausgebaut. Bis eben die Masche durch eine Prüfung bei der AOK auffiel.

Denn die vom Arzt ausgefüllten Rezepte waren immer per Computer ausgedruckt und die gefälschten von Hand beschriftet worden.

Das Gericht würdigte das Geständnis des Angeklagten, der seine Praxis längst geschlossen hat und inzwischen im Objektschutz tätig ist.

Zusätzlich zur Freiheitsstrafe muss der Bestrafte während der dreijährigen Bewährungszeit monatlich 300 Euro an die AOK Rheinland zahlen.

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