Hofladen: Die WZ stellt den Beerenhof der Familie Schroeder vor

Serie : Seit 40 Jahren fest in Familienbesitz

Die WZ stellt den Beerenhof der Familie Schroeder vor. Im vergangenen Jahr hat die 26-jährige Liv den Betrieb übernommen.

Mit einem breiten Angebot an frischen Beeren sowie anderen Obst- und Gemüsesorten lockt die Familie Schroeder seit knapp 40 Jahren alte und junge Kunden in ihren Hofladen auf der Rather Straße 128. Der Betrieb ist seit jeher in Familienhand. Im Sommer 2018 hat die 26-jährige Liv Schroeder den Beerenhof von ihrem Vater, dem Gründer, übernommen. Sie hat eine Ausbildung im gärtnerischen Obstbau hinter sich und ist vor allem mit der Außenarbeit beschäftigt. Ihre Eltern sind ebenfalls für diesen Berufsweg ausgebildet – der Vater als Landwirt und die Mutter im Obstbau. Livs ältere Schwester hilft an der Ladentheke aus – die ganze Familie packt mit an.

Schon seit der Gründung 1978 wollte Peter Schroeder mit seinem Laden eine Konkurrenz zum Supermarkt darstellen. Auf mittlerweile rund 16 Hektar Fläche finden sich neben dem Laden auch Anbauflächen für einige Beerensorten. Dazu zählen die Klassiker wie Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren, doch auch Stachelbeeren und drei verschiedene Johannisbeeren wachsen dort.

Neben diesem Sortiment wachsen auf den Feldern zahlreiche Bäume mit Äpfeln, Pfirsichen, Zwetschgen und Nektarinen. Tomaten, Gurken und Kirschen baut die Familie ebenfalls selbst an.

Bei Produkten, die es nicht auf dem Hof gibt, achtet die Familie darauf, andere Kleinbetriebe aus der Region zu unterstützen. So bietet sie neben den Lebensmitteln von ihren eigenen Feldern auch Fleisch- und Milchprodukte an, sowie weitere Lebensmittel, die für den täglichen Haushaltsbedarf nötig sind. Sogar Präsentkörbe können hier bestellt werden. In einem hohen Ständer liegen auch Nudelsträuße – und gegenüber vom Eingang begrüßen Nudelpuppen den Kunden.

Um die Konkurrenz zum Großhandel aufrecht zu erhalten, wurde 2006 neu gebaut – der kleine Laden wurde vergrößert und in Form einer Tulpe aufgebaut. „Mein Vater sagt immer, dass der Laden die Blume ist und die Kunden die Bienen, die von der Blume angelockt werden“, sagt Liv Schroeder und schmunzelt.

Die runde Holzfassade des Ladens wird von Grünstreifen mit Säulenobstbäumen, an denen Pfirsiche und Äpfel wachsen, umrandet. Da es der Familie wichtig ist, für jedes Gebäude einen natürlichen Ausgleich zu schaffen, wurde beispielsweise das Dach des Ladens mit Gras und Tulpenzwiebeln bepflanzt. „Wir haben der Natur ihren Platz nicht weggenommen, sondern nur verlagert“, sagt Peter Schroeder. Auch auf den Feldern habe man in regelmäßigen Abständen Grünstreifen mit Wildmischungen für die Bienen angelegt. Im Sommer blühen diese vor allem in Blau- und Gelbtönen. In den alten Baumbusstäben an ihrer Lagerhalle haben sich über den Winter einige hundert Wildbienen eingenistet.

Auf dem Gelände des Hofes haben auch einige Sozialwohnungen für die rund 47 Saisonarbeiter im Jahr ihren Platz gefunden. Außerdem finden jährlich ukrainische Studenten den Weg zum Beerenhof. Für zwei Monate machen sie hier ein Praktikum.

Und nicht nur die Studenten, auch Kinder besuchen Familie Schroeder. Kindergärten aus der Umgebung nutzen den Beerenhof, um ihnen das Hofleben näher zu bringen. So wird ihnen beispielsweise das Wachstum der Bäume erklärt.

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