Hochschule Krefeld - Von Toilettensitz-Reinigung bis „Schlautopf“

Hochschule : Von der Toilettensitz-Reinigung bis zum „Schlautopf“

Tag des Ingenieurs: Studierende der Hochschule Niederrhein präsentieren innovative Projekte.

Eine automatische Toilettensitzreinigung, ein individuell einstellbares Motorrad-Lenkrad, ein „Schlautopf“ und viele weitere Projekte haben Studierende der Hochschule Niederrhein am Wochenende auf dem Campus Krefeld Süd präsentiert. Die Studierenden im fünften Semester arbeiteten rund drei Monate in interdisziplinären Projekten, die teils gemeinsam mit Unternehmen realisiert wurden.

„Es ist toll, dass man an Produktentwicklungen mitwirken kann, die dann vielleicht auf den Markt kommen“, sagte Maschinenbau-Student David Grahl. Sein Team hatte in Kooperation mit der Firma Siemens an einer automatischen Toilettensitzreinigung für Züge gearbeitet.

Die Studierenden hatten in vielen Versuchen nach einer Flachstrahldüse gesucht, die allen Anforderungen entspricht. „Dafür gingen etwa zehn Flaschen Ketchup drauf“, berichtet Nico Strumpen. Mit drei weiteren Kommilitonen haben Grahl und Strumpen die zu reinigende Fläche, den Wasserverbrauch sowie die Kraft der optimalen Düse gemessen und anschließend einen Prototypen gebaut. In einem nächsten Schritt soll geschaut werden, dass die Zugtoilette gleichzeitig desinfiziert werden kann.

Ein anderes Team konzipierte ein Ergonomie-Konstrukt für ein Motorrad, mit dem sich das Lenkrad individuell einstellen lässt. Dadurch wird ein erhöhter Fahrkomfort geboten. Außerdem kann jede Person mit dem Motorrad fahren. „Das Modell eignet sich auch ideal für den Motorradverleih“, sagt Yasin Ertugrul.

Die eigens entwickelte vertikale Klemmung haben die Studierenden im 3D-Drucker der Hochschule Niederrhein erstellt. Bei der Lackierung erhielt das Team Unterstützung von dem Kfz-Sachverständigenbüro TAS. Timur Yilmaz resümierte: „Das Projekt hat Spaß gemacht, auch wenn die Zeit sehr knapp war. So erhielten wir einen guten Einblick ins Berufsleben. “

Julian Thiel entwickelte mit sechs Kommilitonen aus dem Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen den „Schlautopf“ – eine Vorrichtung, mit der verhindert wird, dass Wasser überkocht. Mit Hilfe eines Temperaturmessers schaltet sich der Herd aus, bevor das Wasser überkocht. Die Studierenden haben berechnet, dass sich dadurch 17,55 Euro pro Haushalt pro Jahr sparen lassen, wenn man von einer Nutzung von fünf Mal pro Woche ausgeht.

„Mit der praktischen Arbeit erhalten die Studierenden ein Gefühl für die Teamarbeit. Außerdem lernen sie, Projekte umzusetzen mit allem, was dazugehört. Diese Erfahrungen nutzen ihnen für zukünftige Tätigkeiten in der Industrie. Die Praxis ist noch einmal anders als die Theorie, das bekommen die Studierenden hier hautnah beigebracht“, sagt Professor Markus Kleutges, der drei Projekte betreut hat. Red

Mehr von Westdeutsche Zeitung