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Hermannstraße: Eine Buckelpiste

Hermannstraße: Eine Buckelpiste

Anwohner ärgern sich über schlechten Zustand der Fahrbahn. Stadt bringt Asphalt auf.

Ein Lieferwagen rumpelt durch die Hermannstraße. Staub wirbelt auf an diesem trockenen Vormittag. Immer wieder sieht man Schlaglöcher, Lücken, teilweise mit Schotter, Lehm oder Sand notgedrungen aufgefüllt. Von einer Asphaltdecke oder gar ebenen Fahrbahn konnte hier in den zurückliegenden Wochen keine Rede sein. Die abgelegene Straße südwestlich des Frankenrings, die durch ein Wohngebiet führt, war in einem solch schlechten Zustand, dass schon die ersten Anwohner zum Telefon griffen, um sich und ihren Klagen Gehör zu verschaffen.

Ein Mann, der die Westdeutsche Zeitung angeschrieben hat, sprach in einem Anflug von Ironie von einer „Stoßdämpferteststrecke.“ Die 73-jährige Brigitte Padar ist Anwohnerin, geht mit ihrem Hund regelmäßig entlang der Hermannstraße spazieren. An der Straßenseite liegt noch ein leer stehendes Haus, das bald abgerissen werden soll. Der Anblick der Straße hinterlässt einen Eindruck starker Vernachlässigung.

Brigitte Padar ist verärgert, dass die Straße so heruntergekommen ist: „Ich wohne seit 43 Jahren hier. Die Straße war immer schon schäbig. Aber jetzt ist es noch schlimmer.“ Die Staubwolke, die der Lieferwagen hinter sich herzieht: eine „Katastrophe.“ Jeden Tag müsse sie putzen. Die SWK verlegte dort im März Rohre, die dadurch zusätzlich entstandenen Löcher stopfte sie aber wohl nur provisorisch.

Nun hat sich die Stadt der Thematik angenommen. Das Tiefbauamt hat damit begonnen, die Straßen auszubessern. In diesen Tagen werden schon neue Rinnen und Randsteine gesetzt. Stadtsprecher Manuel Kölker sagt: „Die SWK war dort tätig. In der Regel machen die die Straße auch wieder zu. Der Zustand aber war so schlimm, dass wir das jetzt machen.“

Die Adlerstraße ist mittlerweile ausgebessert. Man kann dort Anfang Juni wieder von einer Asphaltdecke sprechen. Es fährt sich wieder ruhig. In der Hermannstraße soll bald ebenfalls eine dünne Asphaltdeckschicht in Kaltbauweise aufgetragen werden, laut Kölker aber wohl erst nach den Sommerferien. Eine schnelle Hilfe soll es sein — und günstig.

Heißasphalt wird dagegen nicht aufgebracht. Die Maßnahme wäre teurer und aufwendiger gewesen, so der Stadtsprecher. Dafür aber auch mit längerer Haltbarkeit als die kalte Alternative.

Bei diesen Verschönerungen soll es nicht bleiben. Die Stadt plant in naher Zukunft bis zu 40 Baumaßnahmen auf den insgesamt etwa 762 Kilometer langen Straßen, für die sie zuständig ist.