Herbertzhäuser in Krefeld-Uerdingen: Die Sanierung startet

Uerdingen : Herbertzhäuser: Die Sanierung startet

In der Bezirksvertretung Uerdingen wurden Themen angesprochen, die den Stadtteil bewegen. Im rechten Herbertzhaus soll ein Quartierszentrum entstehen und Anwohner können die Nachbarschaft mit gestalten.

Jetzt geht es bald los mit der Sanierung der beiden in städtischem Besitz liegenden Herbertzhäuser am Historischen Marktplatz in Uerdingen. Vertreter eines Architekturbüros aus Essen haben sich gemeinsam mit der Unteren Denkmalbehörde das Rathaus und die frühere Bücherei angesehen und werden sie jetzt bewerten und danach besprechen, was zu tun ist.

Die Leiter von Mediothek, Volkshochschule und eventuell auch des Kulturbüros haben Interesse für eine Zwischennutzung im rechten Haus bekundet, bevor die Arbeiten losgehen und danach, wenn alles fertig ist, auch.

Ein Quarterszentrum
als zentraler Anlaufpunkt

„Außerdem werden Studenten der Bibliothekswissenschaften der Uni Köln Hausarbeiten zum Thema ‚Multifunktionelles Bürgerzentrum im rechten Haus’ verfassen und sie später auch präsentieren“, berichtet Susanne Ruß vom Fachbereich Stadtplanung in der jüngsten Sitzung der zuständigen Bezirksvertretung (BZV). „Dort wird wohl auch das Quartiersbüro als zentrale Anlaufstelle im Zuge des Integrierten Handlungskonzeptes eingerichtet.“

Da könnten sich dann alle Bürger, die im Konzept-Bereich wohnen, beraten lassen und Anträge für Veränderungen an Fassaden, Höfen und Gärten stellen. Die Gebiete befinden sich unter anderem im Historischen Stadtkern, an Dujardin- und Hohenbudberger Straße sowie Bahnhof, Am Röttgen und im Süden um das Gymnasium Fabritianum herum. Ruß: „Die IG Oberstraße hat bereits den Antrag für ein Lichtband gestellt.“

Katastrophale Zustände
auf dem Rheindeich

Die Bezirksvertreter zeigen sich erneut entsetzt über die „katastrophalen Zustände“ zu Karneval auf dem Rheindeich. Bis zu 1000 betrunkene Jugendliche sorgten dort an den jecken Tagen für Ärger. Die Sozialdemokraten möchten nun unter anderem den gesamten Rheindeich zu Karneval sperren und schlagen eine Karnevalsveranstaltung ohne Alkohol für Jugendliche von zehn bis 16 Jahren vor. Jakubowski (CDU) erinnert an das Angebot für junge Leute „Feiern ohne Reihern“.

Dirk Bangel, Leiter Fachbereich Bürgerservice, erklärt, dass Oberbürgermeister Frank Meyer ein Treffen mit Polizei, Feuerwehr und allen Karnevalsvereinen in der Stadt zu diesem Thema einberufen will. „Das Ergebnis sollte abgewartet werden.“

Hengst wiederspricht: „Die Karnevalsvereine in Uerdingen wollen Planungssicherheit in den Rahmenbedingungen haben. Wir möchten die Entscheidung vor den Sommerferien. Wir werden unsere Position definieren und sie an die OB-Runde weitergeben.“

Entwicklungskonzept für
Gellep-Stratum erarbeiten

Weiteres Thema in der BZV: Die Erarbeitung eines Entwicklungskonzeptes für Gellep-Stratum. Dies hatten die Christdemokraten auf die Tagesordnung setzen lassen. CDU-Sprecher Ulrich Lohmar: „Gellep-Stratum ist ein für die Gesamtstadt bedeutender Stadtteil. Nicht nur auf Grund der erhaltenen dörflichen Struktur, sondern wegen der reichen historischen Vergangenheit, braucht er eine Entwicklungschance als Wohn-, Freizeit- und Wirtschaftsstandort. Wir müssen ihn stärken, um ihn für die Zukunft fit zu machen.“

Bezirksvertreter möchten
einen Runden Tisch gründen

Grundsätzlich stimmen die Bezirksvertreter zu, möchten aber besser einen Runden Tisch mit Vertretern aus Bauverwaltung, Bezirksvorsteher und engagierten Bürgern gründen, um „zielgerichtete Problemlösungen“ zu den Themen Wohnen, Verkehr, Infrastruktur, Kitaplätze und Sportplatz zu erarbeiten. Benedikt Winzen (SPD): „Die Rahmenbedingungen eines Entwicklungskonzeptes sind nicht auf alle Stadtteile übertragbar.“ Elmar Jakubowski (CDU): Die Betonung liegt auf ,zielführend`.“ Bezirksvorsteher Jürgen Hengst verspricht einen Termin für den Runden Tisch nach den Osterferien.

Oberstraße soll für
Radler freigegeben werden

Die Oberstraße soll – laut SPD-Antrag in Abstimmung mit der IG Oberstraße - für Fahrradfahrer freigegeben werden. Befürchtung von Florian Ott (FDP): „Die Radfahrer werden an der Stoppstraße nicht absteigen sondern auf der Niederstraße weiterfahren.“

Das könne zu Unfällen führen, lautet die Meinung. Bangel sagt dazu: „Das dürfen die Bezirksvertreter nicht beschließen. In der nächsten Sitzung können wir jedoch einen Vertreter der Straßenverkehrsbehörde dazu hören.“

Gestaltungswettbewerb
für die Untere Werft

Die Mitglieder des Stadtumbaubeirates haben auch getagt und beschlossen, dass jetzt der Gestaltungswettbewerb für das Untere Werft vorbereitet wird. „Dieser Bereich soll der Freizeit-Nutzung dienen. Einen Monat bevor die Bauarbeiten beginnen, soll das Nutzungsrecht von der Hafengesellschaft an die Stadt übergehen“, erklärt Ruß.

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