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Helios: Die Operation an der Lakritzschnecke

Helios: Die Operation an der Lakritzschnecke

Tausende Besucher haben am Samstag die Chance genutzt, die neuen Gebäude der Klinik am Lutherplatz zu inspizieren und dort manches selbst auszuprobieren.

Krefeld. In einer aufgeschnittenen roten Paprika steckt eine Lakritzschnecke. Seit Minuten versucht Katharina Moers, sie mit einer langen, schlanken Operationszange zu packen. „Meine Güte, ist das schwierig!“

Kein Wunder, denn die 15-Jährige sieht die Süßigkeiten nicht vor sich — sie liegen unter einem grünen Operationstuch, und nur eine Kamera überträgt ihre „Operation“ auf einen Bildschirm. Schließlich kriegt Katharina einen Zipfel der Schnecke zu fassen, zieht ihn durch die Öffnung im OP-Tuch - und hat zwei Zentimeter Lakritz erbeutet.

Katharina ist begeistert von der Medizintechnik, die hier vorgeführt wird. Eifrig erklärt die Schülerin mit Lieblingsfach Biologie: „Das Verfahren heißt Laparoskopie, damit kann man Prostatakrebs oder Nierensteine operieren.“

Katharina Moers ist mit ihrem Vater zum Tag der offenen Tür in die Helios-Klinik gekommen, weil sie die zur Eröffnungsfeier angekündigten „spannenden Ausflüge in den menschlichen Körper“ erleben will. Dafür braucht die Krefelderin allerdings Geduld.

An den mehr als 30 Stationen des Gesundheitsparcours drängeln sich die Menschen, um beispielsweise bei den Physiotherapeuten ihre Gangsicherheit und ihren Gleichgewichtssinn zu testen, oder sich von den Hygienefachkräften Tipps zur Handreinigung und Hautpflege geben zu lassen.

Tausende Menschen aus Krefeld und Umgebung möchten sehen, was aus der früheren städtischen Klinik nach fünf Jahren Umbau für rund 200 Millionen Euro am Luttherplatz entstanden ist. „Schön, wenn man ein Krankenhaus nicht als Krankenhaus erkennt“, lobt Oberbürgermeister Gregor Kathstede bei seiner Begrüßungsrede die neue Klinikarchitektur.

Tatsächlich wirkt der frisch planierte Vorplatz mit der geräumigen Cafeteria modern und großzügig. Die drei neuen Gebäude, in denen unterschiedliche Farben die Orientierung erleichtern, bieten Patienten und Ärzten kürzere Wege als die alten Pavillons. Katharina Moers gefallen die neuen Patientenzimmer: „Die haben Holzboden, Flachbildschirme und sogar einen Kühlschrank im Wandschrank. Wie im Hotel!“

Doch am meisten hat es der Schülerin am Tag der offenen Tür eine chirurgische Vorführung angetan: „Da hat ein Chirurg eine Schweinelunge seziert. Jetzt weiß ich, wie so eine Lunge aussieht und wie sie funktioniert.“ Nicht jedermanns Geschmack — aber Katharina möchte später mal Ärztin werden. Gerne in den Krefelder Helios-Kliniken.