Halogenleuchten im Haus Lange und Haus Esters heizen Museen auf

Energiesparen : LEDs für Haus Lange und Esters

Die jetzigen Halogenlampen sind nicht nur teuer, sie heizen die Räume auch übermäßig auf.

Die berühmten Häuser Lange und Esters sind gerade aufwändig saniert worden. In den beiden 1927/28 von Mies van der Rohe erbauten Stadtvillen läuft noch bis Januar 2020 die aktuelle Ausstellung „Anders Wohnen – Entwürfe für Haus Lange Haus Esters“. Doch während unter anderem die Parkettböden und Fenster aufgearbeitet worden sind, ist die Halogen-Beleuchtung nicht auf den neuesten technischen Stand gebracht worden. Etwa 120 Leuchtenauslässe sind in den Ausstellungsräumen vorhanden, die je nach Ausstellung mit einer unterschiedlichen Anzahl von Strahlern bestückt werden. Schon bei der Eröffnung im vergangenen März war in den Räumen die starke Hitze zu spüren, die von den Halogenleuchten abstrahlt. Während allerorts zu Energie sparen und auf Klimaschutz hingewiesen wird, geht die Stadt in dem Fall selber mit schlechtem Beispiel voran.

Glas erhitzt sich beim Brennen auf 250 Grad Celsius

Seit vergangenem September sind laut EU-Richtlinie nach den klassischen Glühbirnen nun auch Halogenlampen verboten. Ausnahmen bilden solche Halogenlampen, für die es mit Energiesparlampen oder LED-Lampen noch keinen Ersatz gibt. Rest- und Lagerbestände dürfen noch verkauft werden. Doch dann ist Schluss.

Um Energie einzusparen, sollen sie künftig nicht mehr zum Einsatz kommen. „Halogen verwandeln nur etwa sieben bis acht Prozent des Stroms in Licht und schaffen es daher höchstens auf eine Energieklasse D, also kaum effizient“, sagt Energieberater Stefan Nakazi von der Verbraucherzentrale Düsseldorf. Gleichzeitig erhitzt sich das Glas der Halogenlampe während jedes Brennens auf rund 250 Grad Celsius. Je mehr Lampen davon im Einsatz sind, umso heißer wird es. Auch der Energiebedarf spricht nicht für Halogen. Die Lampen verbrauchen drei Mal so viel Energie wie qualitativ hochwertige Energiesparlampen und LEDs.

Halogen verbraucht drei Mal
so viel Energie wie LED

Was das umgerechnet für den städtischen Haushalt bedeutet, erklärt Dirk Senger vom Presseamt: „Die Stromkosten für die Häuser Esters/Lange betragen jährlich 9200 Euro.“ Der Aufwand für Strom für alle städtischen Liegenschaften beträgt jährlich rund sechs Millionen Euro. Auch wenn in dieser Summe die Stromkosten für alle elektrischen Geräte zusammengefasst sind, würde sich eine Umrüstung auf LED-Beleuchtung spürbar bemerkbar machen. Das hat auch die Stadt erkannt.

In einem weiteren Schritt soll in den Museen Haus Lange und Haus Esters die Beleuchtung modenisiert und auf LED umgerüstet werden. „Die geschätzten Kosten liegen im mittleren sechsstelligen Bereich und sind noch nicht im Haushalt berücksichtigt“, sagt Senger. Für derartige Arbeiten könne die Schließphase zwischen zwei Ausstellungen auf einige Monate ausgedehnt werden. Dafür finde zurzeit eine verwaltungsinterne Terminabstimmung statt. Ein konkretes Datum steht also noch nicht fest. Doch das Zentrale Gebäudemanagement hegt keinen Zweifel an der Notwendigkeit. Der Fachbereich erwartet durch die laufende Umrüstung auf LED-Beleuchtung wie beispielsweise in diversen Schulturnhallen Einsparungen. In welcher Höhe muss noch errechnet werden.

Für die Häuser Lange und Esters plant die Verwaltung, die Auslässe in der Decke um ein Drittel auf etwa 160 insgesamt aufzustocken. „In Museen geht es um die exakte Farbwiedergabe eines Werkes, bei Halogen liegt der Farbwiedergabeindex bei 100 Prozent, Energiesparlampen und LEDs schneiden hingegen häufig schlechter ab“, gibt Nakazi dennoch zu bedenken. Energieeinsparungen seien in dem Falle zweitrangig.