Grüne: Krefeld muss für junge Menschen attraktiver werden.

Stadtentwicklung : Stadt soll leere Häuser kaufen

Grüne: Krefeld muss für junge Menschen attraktiver werden.

Sehen junge Menschen in Krefeld keine Zukunft? Die Zahl der Bürger zwischen 18 und 21 Jahren sank innerhalb der vergangenen zehn Jahre um fast elf Prozent. Nach dem Bericht darüber in unserer Zeitung hat sich nun auch die Fraktion der Grünen zu Wort gemeldet.

Wie Ratsfrau Ana Sanz Sanz einräumt, sehe man bei einem Blick auf die Alterspyramide für Krefeld tatsächlich ein leichtes Defizit bei den unter 30-Jährigen. „Die Frage, wie die Stadt für diese Altersgruppe attraktiver werden kann, liegt auf der Hand“, sagt sie. Die Antworten seien vielfältig. So müsse die Stadt die „Baustellen“ und Brachflächen schneller als bisher aufwerten. „Für neue Studierende der Hochschule zum Beispiel ist der traurige Anblick der Kölner Straße mit ihren Brachflächen und kaputter Fahrbahn der erste Kontakt zu Krefeld – und es ist ein trauriges Bild“, so die Politikerin.

Um junge Menschen an Krefeld zu binden, brauche man „attraktive Förderbedingungen und eine lebendige und kreative Szene, die unserer Innenstadt neue Impulse und Flair gibt“. In Altbauten sei reichlich Platz dafür vorhanden. Auch ein größeres Angebot an zentral gelegenen, sanierten und bezahlbaren Wohnungen sei notwendig.

Die Grünen wünschen sich eine aktivere Rolle der Stadt: Die Entwicklung der Innenstadt müsse an die erste Stelle der planungspolitischen Agenda gestellt werden. „Die Stadt selbst sollte im größeren Maße leere Häuser kaufen und günstig an Menschen, die kreative und handwerkliche Leistungen selbst einbringen können, weiterveräußern.“ Sie könne darüber hinaus private Bauherren bei Anträgen für Baugenehmigungen, Fördermitteln und Krediten kostenlos unterstützen.

Auch auf dem Arbeitsmarkt sei eine Wende nötig. Krefeld habe in den letzten Jahren auf Logistikunternehmen gesetzt, die in den nächsten Jahren kaum weitere Arbeitsplätze anböten, aber zunehmend Verkehrsprobleme verursachen. Dagegen seien Zukunftsbranchen wie IT und Dienstleistungen unterrepräsentiert. Hier müsse die Wirtschaftsförderung ihre Anstrengungen erhöhen und auch als Bindeglied zwischen Wirtschaft und Hochschule agieren..