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Grotenburg: Stadt kann Sicherheitsproblem nicht lösen

Grotenburg: Stadt kann Sicherheitsproblem nicht lösen

Unabhängig von der Qualifikation rückt ein Aufstiegsspiel in Krefeld in weite Ferne. Das Gefährdungsrisiko sei zu hoch.

Die Grotenburg ist nicht drittligatauglich und erfüllt auch nicht die Auflagen, die es zu erfüllen gilt, um ein Aufstiegsspiel zur 3. Liga auszutragen. Das war nach der letzten Sitzung des Sportausschusses bereits klar, und ist von der Stadt Krefeld gestern nun offiziell bestätigt worden. „Der DFB verlangt die Vorlage einer Bescheinigung der Bauaufsichtsbehörde über die Verkehrssicherheit des Stadions. Diese Bescheinigung kann aus den Gründen, die die Verwaltung bereits im Sportausschuss und im Rat dargestellt hat, nicht ausgestellt werden“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt vom Freitag.

Das ist genauso wenig überraschend wie die Tatsache, dass sich die Verantwortlichen des Regionalliga-Spitzenreiters KFC Uerdingen gestern Nachmittag nicht mehr zu dem Thema äußern wollten. Am Rande der Pressekonferenz vor dem alles entscheidenden Spiel beim SC Wiedenbrück am Sonntag hieß es zuvor noch, dass eine Entscheidung erst am Montag falle. Aber mit der Stellungnahme der Stadt konfrontiert, hieß es von KFC-Seite dann, dass man sich erst nach dem Spiel in Wiedenbrück wieder zu Wort melden werde.

Es erscheint auch wenig sinnvoll, die Sitzplätze am Partytisch schon zu verteilen, wenn noch gar nicht klar ist, ob die Party überhaupt stattfindet. Sollte der KFC in Wiedenbrück straucheln und Viktoria Köln doch noch mit einem Heimsieg gegen die U 23 von Borussia Mönchengladbach an den Krefeldern vorbeiziehen, hat sich die Diskussion erledigt. Dann können die KFC-Spieler ihren Urlaub planen, den sie vermutlich weit weg von der Grotenburg und allen anderen potenziellen Ausweichspielstätten der Region verbringen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) könnte für die Aufstiegsrelegation — der Gegner heißt dort Waldhof Mannheim — eine Ausnahmegenehmigung für ein KFC-Heimspiel in der Grotenburg erteilen, äußert sich dazu aber verständlicherweise nicht, da der letzte Spieltag eben erst noch abgewickelt werden muss. Steht dann ein Meister fest, kann man sich auch Gedanken darüber machen, wo dieser spielt.

Sollten die Uerdinger Meister werden, stehen die Chancen für ein Heimspiel in der Grotenburg denkbar schlecht: „In der Hauptsache fehlen die Sicherheitsvorrichtungen und -regelungen für Spiele mit einer deutlich erhöhten Zuschauerresonanz und einem erhöhten Gefährdungsrisiko. Diese Mängel lassen sich nach einhelliger Auffassung aller Verantwortlichen auch durch andere Maßnahmen, zum Beispiel durch eine erhöhte Anzahl von Ordnern, nicht abstellen“, heißt es von der Stadt. Das alles klingt nicht so, als könnte sich der DFB zur Erteilung einer Ausnahmegenehmigung hinreißen lassen. Aber äußern wird er sich dazu erst in der nächsten Woche — wenn der Meister feststeht.