Große Bescherung im Seidenweberhaus

Stimmgewaltig und abwechslungsreich: Das traditionelle Weihnachtskonzert des Sängerbundes Bockum war auch in diesem Jahr wieder ausverkauft.

Große Bescherung im Seidenweberhaus
Foto: Mark Mocnik

Bockum/Mitte. In Rot und Grün erstrahlt die Bühne im Seidenweberhaus. Weihnachtsbäume flankieren die Stuhlreihen der Sänger und nach vorne schließt eine lange Reihe üppig blühender roter Adventssterne die erhöhte Fläche ab. Zum 17. Mal hat der GV Sängerbund Krefeld-Bockum zu seinem großen Krefelder Weihnachtskonzert geladen. Das Konzert ist ausverkauft.

So traditionsreich wie die Veranstaltung ist das Ensemble auf der Bühne: die musikalische Familie Lex/Althoff — Sigrid Althoff als Pianistin und Leiterin des Instrumental-Ensembles Pomp-A-Dur, Stefan Lex (Tenor) und seine Tochter Laura Lex (Sopran). Stephan Krings leitet die seit drei Jahren bestehende Chorgemeinschaft aus Sängerbund Bockum und Uerdinger Männergesangsverein 1848. Schlagzeuger Marc Westmeier sorgt für wichtige Akzente, vor allem mit dem unverzichtbaren Glöckchenbimmeln.

Karl Müller begrüßt das Publikum: „Ein tolles Kompliment an Sie, dass sie immer mehr geworden sind! Herzlichen Dank dafür!“ Die Damen des Salonorchesters beginnen mit zarten Klängen eines Intermezzos aus der Cavalleria Rusticana. Daran schließen sich die beiden Chöre unter dem Dirigat von Krings an und singen mit stimmgewaltigem Schluss „Er wird herrschen“. Bedächtigere Klänge folgen, begleitet vom Ensemble Pomp-A-Dur mit dem berühmten „Ave verum“ von Mozart. Laura Lex singt mit einer bemerkenswerten Bühnenpräsenz die Arie „Vergin, tutto amor“ von Durante.

Das russische Gebet „Tebe poem — O Herr gib Frieden“ präsentiert die Chorgemeinschaft mit viel Einfühlungsvermögen stark auch in leisen Tönen. Als „Freund des Chors und des Publikums“ stellt Müller den Tenor Lex vor. Er singt, von seiner Frau Sigrid Althoff am Flügel begleitet, das „Ave Maria“ von Robert Stolz.

Fester Bestandteil der Weihnachtskonzerte des Bockumer Gesangsvereins sind die Wortbeiträge. Manfred Kannen erzählt in Krieewelsch eine Geschichte von einer Geburtstagsfeier. Das Geschenk eines Bügeleisens sorgt für Aufregung unter den Geburtstagsgästen und viel Heiterkeit im Saal. Die Pointe der Erzählung aus einem früheren Jahrhundert: Man sollte den Stecker des neumodischen Dings in das Loch in der Wand stecken — was es in jenem Haushalt immerhin schon gab.

Eine temperamentvolle Fahrt mit einem russischen Pferdeschlitten führt zum Finale des ersten Konzertteils unter dem Motto „Wo Liebe ist, wird Frieden sein“.

Einen besonders starken Applaus erhalten die Damen des Salonorchesters, die sich in der Pause umgezogen haben und nun in roten Roben den zweiten Teil des Konzerts bestreiten. Leises Summen erklingt aus den Zuschauerreihen beim bekannten Stück „Die Schlittschuhläufer“ von Émile Waldteufel. Leichtfüßig lassen die Musikerinnen sie über das Eis schweben.

Heinz Neumeyer gibt auf Hochdeutsch die turbulente Geschichte um einen sich drehenden Christbaumständer zum Besten. Natürlich endet diese Erzählung in einem Chaos am Heiligabend, an dem ein wild gewordener Weihnachtsbaum für Aufregung sorgt.

Ohne Aufregung geht es im Programm weiter mit einem internationalen Potpourri an Weihnachtsliedern — von „Winter Wonderland“, „Jingle Bells“, „Let it snow“ bis zu „White Christmas“.

Nach der großen Bescherung für alle Beteiligten schließt natürlich in bewährter Tradition der Riesenchor aller im Saal mit einem gemeinsamen „Oh, du fröhliche“ das Weihnachtskonzert ab.

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