Grausamer Rentnermord in Krefeld: 11 Jahre Haft für Drahtzieher

Qualvoll erstickt : Grausamer Rentnermord in Krefeld: Gericht verurteilt Drahtzieher

Für den tödlichen Raubüberfall auf einen Rentner in Krefeld ist einer der Drahtzieher des Verbrechens verurteilt worden. Er soll den Raub geplant und sich an der Aktion beteiligt haben.

Für den tödlichen Raubüberfall auf einen Rentner in Krefeld ist einer der Drahtzieher des Verbrechens zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Das Krefelder Landgericht sprach den 54-Jährigen am Freitag wegen Raubes mit Todesfolge schuldig. Er war im Mai in Solingen von Zielfahndern aufgespürt worden. Nach Überzeugung der Richter hatte er den Überfall vorbereitet und den Fluchtwagen gefahren. Der Verteidiger kündigte an, gegen das Urteil Revision einzulegen und es vom Bundesgerichtshof überprüfen zu lassen.

Die mutmaßlichen Komplizen des 54-Jährigen waren bereits im Januar vom Krefelder Landgericht zu Haftstrafen von bis zu 14 Jahren verurteilt worden.

Räuber hatten im Oktober 2016 einen 79 Jahre alten und gehbehinderten Rentner überfallen, gefesselt und geknebelt, um aus seiner Wohnung Antiquitäten zu stehlen. Dazu umwickelten sie seinen Kopf mit Klebeband - sogenanntem Panzertape. Die Luftlöcher im Bereich der Nase waren zu klein - der Mann erstickte nach qualvollem Todeskampf.

Als Raubmord stuften die Richter die Tat nicht ein. Die Verdächtigen hatten beteuert, dass sie den 79-Jährigen nicht umbringen wollten.

Die Gruppe soll bei dem Opfer Antiquitäten im Wert von mindestens 100 000 Euro vermutet haben, dabei hatte der Krefelder mit seiner mageren Rente nicht einmal die Stromrechnung zahlen können, weswegen ihm der Strom sogar abgeklemmt worden war.

Drei Monate nach der Tat im Oktober 2016 hatte die Polizei zehn Verdächtige festgenommen. Die Gruppe soll sich darauf spezialisiert haben, ältere Menschen im Rheinland und im Ruhrgebiet zu bestehlen. Eine DNA-Spur an dem Panzerklebeband hatte die Mordkommission auf ihre Spur gebracht.

Der Rentner hatte in Krefeld zurückgezogen gelebt und wenige soziale Kontakte. Freunden hatte er vor der Tat berichtet, dass zwei Frauen einen Teppich aus der Wohnung mitnehmen und reinigen wollten, das habe er aber abgelehnt. Die Frauen wollten wiederkommen. Sie seien von den zahlreichen Antiquitäten in seiner Wohnung entzückt gewesen. Seine Bekannten hatten ihn noch gewarnt.

(dpa)
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