Gobbers in Krefeld feiert 100 Jahre Haustechnik    

Wirtschaft : Neue Räume zum 100. Geburtstag

Der Krefelder Familienbetrieb Gobbers hat sein Firmenjubiläum am Krützpoort gefeiert.

In jeder der drei Generation der 100-jährigen Handwerker-Dynastie Gobbers führt zumindest ein Familienmitglied den Vornamen Wilhelm. „Das war schon beim Gründer und Großvater so, beim Vater und ist es jetzt beim ältesten von uns Brüdern“, sagt der drei Jahre jüngere Michael Gobbers (60). „Was uns alle auszeichnet, ist ein Gespür für innovative Entwicklungstrends und der Mut, diese auch als erste umzusetzen“, sind sich die beiden geschäftsführenden Gesellschafter einig.

So hat der Großvater 1931 die erste thermostatisch gesteuerte Heizung in Krefeld gebaut, der Vater die Ölheizung in der Stadt etabliert, gefolgt von den Brüdern, die sich als erste mit energiesparenden Techniken vertraut gemacht haben. 1980 wurde die erste Erdwärme-Pumpenanlage im Forstwald errichtet, 1987 die erste Gasbrennwert-Kesselanlage und Anfang der 90er die erste Photovoltaik-Anlage.

Die Kunden wollen
immer mehr Technik im Haus

Stets gehörte das Unternehmen zu den Vorreitern moderner Haustechnik am Ort. Das hat sich bis zum heutigen Tag nicht geändert. Aktuell steht die Digitalisierung an und die Mitarbeiter müssen lernen, die Aufträge übers iPad abzuwickeln.

Stolz sind die beiden Diplomingenieure auf ihre Smart-Home-Lösungen. „Immer häufiger wünschen Kunden, dass eingebaute Elektronik ihnen die Arbeit abnimmt.“ Das können Fenster sein mit automatisch geregelter Stoßlüftung, wobei sich die Heizkörper gleichzeitig abschalten. Das können außerdem geregeltes Licht, Heizungs- und Raumtemperatur oder die App-gesteuerte Überwachung der Alarmanlage sein.

All das sei ein Quantensprung im Handwerk, der das Personal immer stärker fordere. Dafür müsse Elektronik eingebaut und programmiert werden, zum Beispiel, um eine kombinierte Heizungs- und Warmwasseranlage sowie die Solartechnik zu steuern.

Längst reiche dafür der Anlagenmechaniker alter Prägung nicht mehr aus. Vielmehr bedürfe es heute ausgesprochener Spezialisten. Ein besonderes Augenmerk liegt daher auf der Qualität der Aus- und Weiterbildung.

Der Betrieb beschäftigt rund 75 Mitarbeiter, davon 15 Auszubildende, was dem Fachkräftemangel vorbeugt. Beim Eintritt der beiden Brüder und ihrer Schwester Ursula, die später wieder ausschied, zählte der Betrieb in den 80er Jahren 15 bis 20 Mitarbeiter.

Es ist also stark gewachsen. Unter anderem wurde eine Haustechnik-Gesellschaft erworben. „Mit jeder neuen Generation kommt neuer Schwung“, sagen die heutigen Chefs, die den Betrieb von Großvater und Vater 1993 übernahmen. „Hinzu kommt unser hoher Anspruch an Produktqualität, Design und Kundendienst. All das haben wir, nach 62 Jahren am alten Standort an der Ispelsstraße, 2018 an unserem neuen Firmensitz am Krützpoort verwirklicht.“

Davon konnten sich die 500 Gäste bei der Jubiläumsfeier überzeugen, darunter Kunden, Handwerker und Organisationen, Geschäftspartner und Oberbürgermeister Frank Meyer. „Unser Ziel war, für Kunden und Besucher einen attraktiven und repräsentativen Standort zu gestalten, der zudem die Arbeitsabläufe optimiert.“

Als Teil des Erfolgs verbuchen die Geschäftsleute, dass sie ein ausgewogenes Portfolio anbieten. Dazu muss, wie bei der Sanitärtechnik, kein Badezimmerprogramm vorrätig sein. Es genügt eine gute Kooperation mit dem Fachhandel. Die Ausstattung wird nach Kundenwunsch beim Hersteller bestellt und eingebaut. Dazu gehört der Service, dass sich der Kunde sein Sanitärporzellan sogar nach eigenen Vorstellungen designen lassen kann.

Die Firmenstrategie ist generell darauf ausgerichtet, das Risiko zu minimieren. So macht sich der Betrieb nicht von einzelnen Geschäftssegmenten abhängig, sondern übernimmt gleichermaßen Neubau- wie Sanierungsarbeiten für einen stark diversifizierten Kundenstamm aus Privatpersonen, Kommunen, Gewerbe- und Industriebetrieben sowie anderen Organisationen.

Die Arbeit verteilt sich auf die Hauptbereiche Heizung und Sanitär sowie auf Klimatechnik, Kundendienst und Wartung. Das alles geschieht innerhalb eines Umkreises von rund 60 Kilometern um Krefeld. Die Firmenphilosophie: langfristige Kundenbindung zu deren Nutzen. Wer das seit 100 Jahren tut, kann schließlich nicht viel falsch gemacht haben.

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