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Glück und Enttäuschung beim Literarischen Sommer

Glück und Enttäuschung beim Literarischen Sommer

Die 19. Auflage findet von Juli bis September statt. Neben Lesungen gibt es Filmabende, Exkursionen und einen Vortrag.

Stadtteile. Beim 19. Literarischen Sommer ist viel los: Es geht um die „Beschreibung einer Krabbenwanderung“, „Schwarze Perle“ oder „Staub“. Natürlich darf auch „Amore Amore“ nicht fehlen. Dies sind nur die Titel einiger Bücher von insgesamt 33 Lesungen zwischen Aachen und Valkenburg. Krefeld ist mit fünf Angeboten dabei. „In diesem Jahr kommt der Literarische Sommer mit einem ausgebauten Programm daher“, berichtet Anette Ostrowski, die Leiterin des Niederrheinischen Literaturhauses, die das Krefelder Programm gemeinsam mit Evelyn Buchholtz, der Leiterin der Mediothek, vorstellt. „Von Juli bis September haben deutsche und niederländische Leser die Möglichkeit, die eigene und die Literatur aus dem Nachbarland kennenzulernen und mit den Autoren bei Lesungen ins Gespräch zu kommen.“

Neben den 33 Lesungen gibt es auch zwei Filmabende, drei Exkursionen, fünf Lesungen mit Musik, je eine Kinder- und Jugendlesung und ein Vortrag über das Illustrieren eines Buches. „Krefeld ist als eine der Gründungsstädte mit zwei deutschen und zwei niederländischen Autoren dabei. Hinzu kommt die Jugendlesung“, erklärt Buchholtz. Der hiesige Start ist am Donnerstag, 5. Juli, 20 Uhr, in der Fabrik Heeder, Virchowstraße 130. Autorin Judith Kuckart stammt aus Schwelm und ist Tänzerin, Choreografin, Regisseurin und Schriftstellerin. Ihr Werk „Dass man durch Belgien muss auf dem Weg zum Glück“ besteht aus elf Episoden, die auch jede für sich stehen können. Ihre Figuren erleben Unerhörtes. Alle haben die Sehnsucht nach Glück.

Am Donnerstag, 12. Juli, steht der Belgier Fikry El Azzouzi gleich zweimal auf dem Podest in Krefeld. Der Mann mit marokkanischen Wurzeln liest morgens in der Gesamtschule am Kaiserplatz 30 für 200 Jugendliche aus seinem Buch „Wir da draußen“. Vier Freunde hängen in einem kleinen flämischen Ort zusammen ab. Das Buch schildert ihre Hoffnungen, Träume und ihr Scheitern. In einem Interview erzählte er, dass auch er selbst von religiösen Eiferern angesprochen wurde. Er weiß also, worüber er schreibt, wenn er vor allem Karim, später aber auch seine chronisch unterbeschäftigten Freunde Maurice und Ayoub ins radikale Milieu abgleiten lässt.

Um 20 Uhr ist er mit seinem Buch „Sie allein“ im Bischof-Sträter-Haus an der Corneliusstraße 22. Eva aus Brüssel und Ayoub mit marokkanischer Herkunft kommen sich näher und beschließen einen gemeinsamen Weg zu gehen. Sabrina Janesch ist in Kooperation mit „Der andere Buchladen“ aus Anlass seines 40. Geburtstages in Krefeld. Dass sie kommt, freut die Organisatorinnen ganz besonders. In „Die goldene Stadt“ beschreibt Janesch einen Uerdinger und seine große Entdeckung: Augusto Berns will die verlorene Stadt der Inka, das sagenumwobene Machu Picchu in Peru entdeckt haben.

Ernest van der Kwast war ebenso ein Wunschkandidat. Mit „Mama Tandoori“ zeichnet der Autor das äußerst komische Portrait einer niederländisch-indischen Familie, in der die Mutter die Dominante im Clan ist. Er kommt am Freitag, 3. August, 20 Uhr, in den Sri Naagapoosani Ambaal-Tempel an der Girmesgath 95.