Globetrotter auf zwei Rädern

Globetrotter auf zwei Rädern

Jörg Mackes plant eine Afrikareise auf seinem Motorrad. Von klein auf hat er das Abenteuer geliebt.

Krefeld. "Louis Armstrong hat vollkommen recht. Unsere Welt ist so schön", schwärmt Jörg Mackes und zitiert dabei Armstrongs Lied "What a Wonderful World". Mackes weiß, wovon er spricht, schließlich hat er auf seinem Motorrad schon so einiges gesehen. "Nur Amerika fehlt mir noch", sagt der bekennende Globetrotter. In Europa dagegen kennt er so gut wie jedes Fleckchen, auch in Russland war er schon.

Voraussichtlich am 6. Oktober startet er seine bislang weiteste Reise: Einmal rund um Afrika, natürlich auf dem Motorrad. Im Januar ist er von einer langen Wüstentour zurückgekehrt, und seitdem steht der Entschluss fest.

"Das Abenteuer und Reisen habe ich von klein auf geliebt", erzählt Mackes. "Schon als Jugendlicher habe ich Reiseberichte und -magazine gesammelt, ich wollte immer hinaus in die Welt." Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass er diese Leidenschaft mit seiner zweiten Passion verbindet - dem Motorradfahren.

Die passende Maschine für seine Touren hat Mackes eher zufällig gefunden. "Bei Motorrad Faßbender in Oppum war Tag der offenen Tür. Und da habe ich mich auf den ersten Blick verliebt - in die weiße BMW 1200 GS Adventure", so Mackes. Volker Faßbender, Betreiber des Geschäfts, ist seit diesem Tag sein technischer Unterstützer. "Wenn unterwegs Probleme auftreten, schicken wir das passende Ersatzteil einfach zu dem naheliegendsten Flughafen", so Faßbender. "Aber eine Zündkerze sollte er schon selbstständig wechseln können, denn die nächste Werkstatt ist nicht immer um die Ecke." Dank Werkstattleiter Michael Greven, der ihm die nötigen Handgriffe beigebracht hat, ist das für Mackes ein Kinderspiel.

Neben dem technischen Know-How ist das richtige Equipment in der Wüste lebenswichtig. Das komplette Fotozubehör darf da ebenso wenig fehlen wie eine vollständige Werkzeug- und Campingausrüstung. "Auf Campingplätzen in aller Welt treffe ich Freunde wieder, die auch unterwegs sind. Bestimmte Punkte werden von vielen Globetrottern angefahren", erzählt Mackes.

Doch auch die Einheimischen möchte er kennenlernen, deswegen meidet der Abenteurer große Hauptstraßen: "Die kleinen Wege sind viel authentischer." Auch die Verständigung ist da kein Hindernis. "Ich kann Englisch, Spanisch und ein wenig Holländisch. Aber die ganze Welt versteht sich auch mit Händen und Füßen, man muss nur offen sein", sagt er.

Die meiste Zeit ist Mackes aber allein mit seinem Motorrad. Heimweh hat er trotzdem nie, obwohl er letztes Jahr Weihnachten weit von zu Hause in einem kleinen Örtchen war. "Auf meinen Reisen habe ich viel Zeit zum Nachdenken, wie auf einer richtigen Selbstfindungstour."

Die Suche wird noch ein wenig weitergehen, denn Mackes hat weiterhin zwei große Ziele: "Einmal die Panamerica, die Traumstraße der Welt von Alaska nach Feuerland, langfahren, das wünscht sich wohl jeder Motorradfahrer. Und ich möchte noch mehr von Asien sehen, Indien und China wären schon toll", sagt der Globetrotter.

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